Ursachen
Metabolische – stoffwechselbedingte – Alkalose

Pathogenese

Bei einer metabolischen (stoffwechselbedingten) Alkalose ist der pH-Wert des Blutes durch eine Bicarbonaterhöhung (s. u. Additionsalkalose) oder durch den Verlust von Wasserstoffionen (s. u. Subtraktionsalkalose) über den Wert 7,45 angestiegen.

Mögliche Ursachen einer metabolischen Alkalose sind eine Additionsalkalose und eine Subtraktionsalkalose: Eine metabolische Alkalose kann entweder durch eine erhöhte Aufnahme oder Produktion von Basen (Bicarbonate) im Stoffwechsel entstehen (Additionsalkalose) oder aber durch vermehrte Verluste an Säuren (Substraktionsalkalose) bedingt sein.

Eine Additionsalkalose kann bedingt sein durch die Zufuhr alkalisch wirkender Substanzen:

  • Citrat
  • Natriumbicarbonat
  • Lactat

Häufige Ursachen einer Substraktionsalkalose sind:

  • Chlorid- und/oder Volumenverlust:
    • Ableitung von Magensaft
    • chronisches Erbrechen (Verlust von saurem Magensaft (Magensäure; nüchtern etwa 0,5-prozentige Salzsäure) sowie insbesondere von Chlorid, mit der Folge einer hypochlorämischen Alkalose)
    • Magenspülungen
  • Dauermedikation:
    • Mineralocorticoide
    • Furosemid und Hydrochlorothiazid (HCT) (Verluste von Kalium → Hypokaliämie (Kaliummangel); deshalb vorzugsweise: kaliumsparendes Diuretikum (z. B. Spironolacton)

Ätiologie

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung durch Eltern, Großeltern – unter anderem das - oder das 
  • Genetische Erkrankungen
    • Bartter-Syndrom – sehr seltene genetische Stoffwechselerkrankung mit autosomal-dominantem oder autosomal-rezessivem oder X-chromosomal-rezessivem Erbgang; Defekt tubulärer Transportproteine; Hyperaldosteronismus (Krankheitszustände, die mit einer erhöhten Ausschüttung von Aldosteron einhergehen), Hypokaliämie (Kaliummangel) und Hypotonie (niedriger Blutdruck)
    • Gitelman-Syndrom (GS; Synonym: Familiäre Hypokaliämie-Hypomagnesiämie) – genetisch-bedingte Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang, die durch eine hypokaliämische metabolische Alkalose (stoffwechselbedingte Alkalose mit Kaliummangel) mit ausgeprägter Hypomagnesiämie (Magnesiummangel) und niedriger Calciumausscheidung im Urin charakterisiert ist

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Erhöhte Alkalizufuhr
  • Lakritze
  • Kautabak
  • Traubensilberkerze (Heilpflanze)

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Ableitung von Magensaft
  • Bartter-Syndrom – sehr seltene Stoffwechselerkrankung, die vor allem mit einem Hyperaldosteronismus und infolgedessen mit einer Hypokaliämie (Kaliummangel) einhergeht
  • Chronisches Erbrechen – Verlust an saurem Magensaft
  • Endokrine Störungen – z. B. Hyperaldosteronismus (infolgedessen eine Hypokaliämie (Kaliummangel))
  • Gitelman-Syndrom – genetisch-bedingte Erkrankung, die zu einem erhöhten Verlust von Kalium und Magnesium über die Niere führt
  • Hypercalcämie (Calciumüberschuss)
  • Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)
  • Kongenitale Chloridorrhoe – Diarrhoe (Durchfall), die durch eine Chloridmalabsorption bedingt ist
  • Liddle-Syndrom – sehr seltene genetisch bedingte Erkrankung, die mit Hypertonie (Bluthochdruck) einhergeht
  • Magenspülungen
  • Malnutrition (Fehlernährung) → extrarenaler Kaliumverlust ("außerhalb der Nieren")
  • Milch-Alkali-Syndrom (Burnett-Syndrom) – Erkrankung, die durch ein Überangebot an Alkalien wie Milch und Calciumcarbonat bedingt ist; klinisches Bild: Nausea (Übelkeit)/ Erbrechen, Vertigo (Schwindelgefühl) und Ataxie (Gangstörung); Labordiagnostik: Alkalose mit Hypercalcämie (Kaliumüberschuss) ohne vermehrte Calciumausscheidung über den Urin und ohne Abfall des Phosphatgehalts im Blut; Hypercalcämie führt zu einer Kalzinose (Kalksalzablagerungen) der Bindehaut, der Hornhaut der Augen ("Bandkeratitis" der Lidspalte) und in den Nierentubuli mit der Gefahr einer Niereninsuffizienz (langsam fortschreitende Verringerung der Nierenfunktion)
  • Morbus Cushing – Gruppe von Erkrankungen, die zum Hyperkortisolismus (Hypercortisolismus) ‒ Überangebot von Cortisol ‒ führen
  • Nebennieren-Enzymdefekte wie Hydroxylasemangel
  • Nierenarterienstenose – Verengung der Nierenarterie(n), die zu Hypertonie (Bluthochdruck) führt
  • Ödeme – Wasseransammlung im Gewebe
  • Primärer Aldosteronismus (Überproduktion von Aldosteron), der durch einen Tumor oder eine Hyperplasie bedingt ist
  • Tumoren, die Renin produzieren (Enzym, welches den Blutdruck regelt)
  • Villöses Adenom – gutartiger Tumor

Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten

  • Hypercalcämie (Calciumüberschuss)
  • Hypokaliämie (Kaliummangel)
  • Hypomagnesiämie (Magnesiummangel)

Medikamente

  • Behandlung mit Mineralocorticoiden (Verluste von Kalium)
  • Diuretika (entwässernde Medikamente) – wie beispielsweise Furosemid und Hydrochlorothiazid (Verluste von Kalium); deshalb vorzugsweise kaliumsparendes Diuretikum (z. B. Spironolacton)
  • Laxantien → extrarenaler Kaliumverlust
  • Penicillin, Carbenicillin (Antibiotika)
     
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