Die Untersuchung des Dünndarms ist sehr schwierig, da Endoskope, wie beispielsweise das Gastroskop (Magenspiegelung) und das Koloskop (Darmspiegelung), den Dünndarm nicht erreichen können.
Seit 2001 gibt es mit der Kapsel-Endoskopie eine Möglichkeit, den gesamten Darm zu untersuchen.
Das Verfahren
Bei der Videokapsel-Endoskopie bekommt der Patient eine Videokapsel, die ungefähr 2,5 x 1 cm groß ist. Diese soll er mit etwas Flüssigkeit schlucken.
Die in der Kapsel eingebaute Kamera sendet pro Sekunde zwei Bilder, die auf einem Empfänger, der am Körper getragen wird, gespeichert werden. Nach Beendigung der Untersuchung werden die Daten auf einen Computer eingelesen und dort von einem Gastroenterologen ausgewertet.
Vor der Untersuchung muss der Darm durch Trinken einer speziellen Lösung gesäubert werden. Die Untersuchung kann ambulant durchgeführt werden.
Sie wird in Deutschland noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Die Untersuchung wird unter anderem empfohlen beziehungsweise ist erforderlich bei Verdacht auf die folgenden Gesundheitsrisiken beziehungsweise Erkrankungen
- Blutungen aus dem Darm, die durch die Endoskopie nicht lokalisiert werden können
- Polyposis-Syndrome – wie das Peutz-Jeghers-Syndrom
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Lymphome im Bereich des Dünndarms – bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems
- Zöliakie (Sprue), die auf einer Therapie nicht anspricht
Nachteil der Videokapsel-Endoskopie ist, dass bei einem pathologischen Befund nicht wie bei der Gastro- oder Koloskopie gleichzeitig eine Biopsie genommen werden kann.
Ihr Nutzen
Die Videokapsel-Endoskopie ist ein sehr aufschlussreiches und wenig belastendes diagnostisches Verfahren, dass bei Veränderungen im Bereich des Dünndarms erfolgreich eingesetzt wird.













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