MediMouse® Wirbelsäulenvermessung

Rückenschmerzen bzw. Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit zählen zu den großen Volkskrankheiten und stellen eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität dar. Die Patienten leiden vor allem an unspezifischen Rückenschmerzen. Dementsprechend spielen konservative Behandlungsmethoden eine wichtige Rolle, da eine operative Therapie häufig nicht zielführend ist. In diesem Fall bildet die sorgfältige Diagnostik bzw. Vermessung der Wirbelsäule eine wichtige Grundlage für die Behandlung der Rückenschmerzen.

MediMouse® ermöglicht eine strahlenfreie, nicht invasive, apparative Vermessung der Wirbelsäule, die als Grundlage bzw. Planung für eine spezifische Rückenbehandlung dient.

MediMouse® ist ein Messgerät zur computerunterstützten Darstellung und Untersuchung der Form und Beweglichkeit der Wirbelsäule sowohl in der sagittalen (lat. "sagitta": Pfeil; Beim senkrechten Blick auf die Sagittalebene schaut man auf eine seitliche Ansicht des Körpers, sagittal entspricht der Bedeutung „von vorne nach hinten verlaufend.) als auch in der frontalen Körperebene. Die MediMouse® bietet wesentliche Vorteile hinsichtlich der Genauigkeit, Objektivität und Darstellung der Messwerte. Zudem ist ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis erwähnenswert (geringe Kosten bei hohem Nutzen), weiterhin ist das System sehr anwender- und patientenfreundlich.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Zielgenaue Vermessung der Wirbelsäule zur Diagnostik und Therapie von Rückenschmerzen auf den folgenden medizinischen Gebieten:

  • Physikalische und rehabilitative Medizin
  • manuelle Medizin, Chiropraktik
  • Orthopädie
  • Rheumatologie
  • Neurologie
  • Präventivmedizin
  • Sportmedizin
  • Schul- und Betriebsärzte
  • Ergonomie, Arbeitsmedizin
  • Osteopathie
  • Gesundheitsorientierte und medizinische Fitnesscenter oder Wellness

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Es gibt keine Kontraindikationen zur Untersuchung mit MediMouse®.

Das Verfahren

Das Verfahren stellt eine unkomplizierte und fundierte Vermessung zur Verfügung. Die MediMouse® wird von Hand entlang der Wirbelsäule des Patienten vom Dornfortsatz des 7. Halswirbels (C7) bis zum Dornfortsatz des 3. Kreuzbeinwirbels (S3) geführt, wobei die Länge und die Kontur der Wirbelsäule aufgezeichnet werden. Die Länge wird mittels Lichtreflexion am großen Laufrad der MediMouse® mit 2 Datenpunkten pro Millimeter aufgenommen. Die elektronischen 3D-Sensoren erfassen mit 400 Abtastungen pro Sekunde gleichzeitig die lokale Neigung relativ zum Lot in allen drei Ebenen des Raumes. Diese Informationen werden über Bluetooth an den PC übertragen und von der Software ausgewertet. Zum Beispiel:

  • Rückenlänge
  • Inklination relativ zum Lot (während das Becken in einer aufrechten Position bleibt, beugt sich der Patient maximal nach vorne; Gegenteil von Reklination)
  • Kypho- und Lordosierung einzelner Wirbelsäulenabschnitte (als Kyphose bezeichnet man eine nach dorsal (hinten) konvex verlaufende Krümmung der Wirbelsäule in der Sagittalebene. Sie ist das Gegenteil der Lordose: nach ventral (vorne) konvex verlaufende Krümmung der Wirbelsäule in der Sagittalebene)
  • segmentale (Wirbelsäulensegmente) Winkel
  • Beckenstellung

Unter Berücksichtigung anthropometrischer Daten (Anthropometrie ist die Lehre der Ermittlung und Anwendung der Maße des menschlichen Körpers) und lokaler Krümmungen der oberflächlichen Rückenform (Kyphosierung bzw. Lordosierung) berechnet und platziert die Software (mittels rekursivem Algorithmus) die relative Position der einzelnen Wirbelkörper. Die anthropometrischen Daten beruhen auf Wirbelsäulenvermessungen, in denen die prozentualen Anteile der einzelnen Wirbelkörper auf dem aufgezeichneten Rückenabschnitt bestimmt wurden. Da kyphotische Wirbelsegmente durch das dorsale Aufklappen mehr Platz als die zugeklappten lordotischen Wirbelsegmente benötigen, fließen die lokalen Winkeldaten in die Positionierung der Wirbelkörper mit ein. Das Endergebnis sind alle Wirbelpositionen im Raum, die Winkel aller Bewegungssegmente der Brust- und Lendenwirbelsäule und die Beckenstellung.

Die gute Reliabilität (dt.: Zuverlässigkeit; die Reliabilität ist ein Maß für die formale Genauigkeit bzw. Verlässlichkeit wissenschaftlicher Messungen) und hohe Validität (lat. "validus": kräftig, wirksam; engl. "validity": Gültigkeit; Die Validität beschreibt das argumentative Gewicht einer Aussage, Untersuchung oder Theorie bzw. Messgenauigkeit eines Tests im Hinblick auf ein Kriterium.) im Vergleich zu Röntgenaufnahmen wurden in wissenschaftlichen Untersuchungen mehrfach nachgewiesen (Diese Information stützt sich auf Angaben des Hersteller LUCAMED international GmbH [1]).

Weiterhin ermöglicht das System eine detaillierte Verlaufsbeobachtung: MediMouse® verwaltet unterschiedliche Messungen eines Patienten, sodass Veränderungen im Verlauf der Therapie erkennbar werden. Die systematische Erfassung bzw. Vermessung der Wirbelsäule ermöglicht das professionelle und erfolgreiche Durchführen einer angepassten Therapie. Einfache Grafiken dienen als Grundlage für die Patienteninformation und regelmäßige Messungen veranschaulichen den Fortschritt auch für den Patienten verständlich. Im Verlauf der Behandlung werden alle Daten gespeichert, es können jederzeit detaillierte Dokumentationen für Fachkollegen oder Krankenkassen erstellt werden. Notwendige Therapien oder Maßnahmen lassen sich so verständlich und fundiert belegen.

Die Software der MediMouse® enthält eine Reihe von Übungen für ein erfolgreiches Rückentraining. Sie werden nach Berücksichtigung der Messdaten individuell zusammengestellt.

Mögliche Komplikationen

Es sind keine Komplikationen zu erwarten.

Literatur

  1. idag AG, Schweiz; Hersteller der MediMouse®
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
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