Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Röntgendiagnostik des Bewegungsapparates
Knochen- und Gelenkaufnahmen (Skelettsystem)

Die Röntgendiagnostik des Bewegungsapparates ist meist die erste diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf eine pathologische (krankheitsbedingte) Veränderung an Knochenelementen und Gelenken des Skelettsystems. Neben der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT) stellt die Projektionsradiographie (normale Röntgenaufnahme) die Basis der bildgebenden Diagnostik dar. Die konventionelle Röntgentechnik bezeichnet die Film-Folien-Technik, d. h. die Röntgenaufnahmen werden entwickelt, die digitale Röntgentechnik stellt die moderne Variante dar, die derzeit eine rasante Entwicklung erfährt.

Bei einem Röntgenbild handelt es sich um die zweidimensionale Projektion des dreidimensionalen Gewebes in Form einer Summationsaufnahme. Die Strukturen des Skelettsystems stellen sich als Schatten dar und überlappen, sodass mehrere Aufnahmewinkel von Vorteil sind. In der Regel erfolgt eine Röntgenaufnahme in 2 senkrecht aufeinander stehenden Ebenen, wobei das Röntgengebiet je nach klinischer Indikation ausgewählt wird.

Es gibt weiterhin Schrägaufnahmen, die z. B. bei der Darstellung der Wirbelsäule verwendet werden oder erst die Beurteilung einer Fraktur erlauben (z. B. am Radiusköpfchen – Speiche). Übersichtsaufnahmen verschaffen einen Gesamteindruck während Zielaufnahmen bei speziellen Fragestellungen bzw. bei komplexen anatomischen Begebenheiten eingesetzt werden. Funktionsaufnahmen (z. B. in verschiedenen Körperhaltungen bei Beurteilung der Wirbelsäule) oder seitenvergleichende Aufnahmen der Extremitäten dienen ebenfalls der Diagnostik.

Grundsätzlich sind unzählige Varianten möglich, die je nach Indikation und Bevorzugung angewendet werden, sodass eine detaillierte Beschreibung jeder möglichen, diagnostisch wertvollen Röntgenaufnahme zu weit führen würde. Der folgende Text gibt eine Übersicht zur grundlegenden Darstellung von Knochen, Gelenken und Weichteilen im konventionellen Röntgenbild.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • der Verlaufskontrolle von Frakturen (Knochenbrüche)
  • der Verlaufskontrolle von Luxationen und Bandrupturen
  • Verdacht auf Sklerosierungen – verhärtender Umbau des Knochenmarks z. B. bei Osteomyelofibrose
  • degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates – z. B. Osteoporose (Knochenschwund)
  • entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates – z. B. Arthritiden (Gelenkentzündungen), die Knochenveränderungen zur Folgen haben können
  • metabolischen Veränderungen des Bewegungsapparates – z. B. Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) mit vermehrtem Knochenabbau als Folge
  • tumorösen Veränderungen des Bewegungsapparates – z. B. Knochenmetastasen, die osteolytisch bzw. osteoplastisch sind. Das Wort „Lyse“ steht für Auflösung und bedeutet, dass durch den Einfluss der Tumorzellen am Knochen auflösende Prozesse stattfinden, die zu Knochendefekten und infolgedessen zur Instabilität des Knochens führen.
    Bei osteoplastischen Metastasen kommt es zu einer Verdichtung des Knochens, die die biomechanische Belastbarkeit des Knochens herabsetzt. Dadurch kann es spontan oder durch Bagatelltraumen zu Frakturen (Knochenbrüchen) kommen.
  • angeborenen Fehlbildungen des Skelettsystems

Das Verfahren

Die röntgenologische Darstellung des Knochensystems (Skelettaufnahmen: Schädel, Wirbelsäule, Schultergürtel, obere Extremitäten, Thorax, Becken und untere Extremitäten) liefert wertvolle Informationen über die Beschaffenheit und eine eventuelle Veränderung: Ein gesunder Knochen stellt sich mit einer klaren glatten Begrenzung durch den Knochenkortex dar, während innen die Spongiosa (Geflechtknochen) und das Knochenmark von wabenartiger Struktur sind. Die radiologische Kriterien für einen pathologischen Prozess ergeben sich aus diesen Kenntnissen: Degenerative oder entzündliche Erkrankungen zerstören die gesunde Architektur ebenso wie aggressive Metastasen (Tochtergeschwülste). Außerdem werden Frakturen mit dislozierten Knochenfragmenten oder Gelenkbeteiligung sowie Achsenfehlstellungen der Knochen im Röntgenbild sichtbar.

Allerdings werden nicht alle pathologischen Veränderung im Röntgenbild erfasst, sodass diese Diagnostik vor allem der Diagnosesicherung dient. Teilweise werden dezente Befunde von Weichteilen (Muskeln, Sehnen, Fettgewebe, Nervengewebe, Bindegewebe sowie Gefäße) oder durch Darmgase überlagert.

Die Gelenke sind im Röntgenbild nur teilweise darstellbar, da sie neben der knöchernen Silhouette aus diversen Weichteilkomponenten bestehen (Knorpel, Bänder, Sehnen, Gelenkkapsel mit Synovia und Gelenkflüssigkeit). Aus diesem Grund wird in der Regel die anatomische Stellung der gelenkbildenden Knochen zueinander beurteilt.

Sichtbare pathologische Veränderungen der Gelenke sind:

  • verschmälerter Gelenkspalt
  • Verschiebung der Gelenkachsen – z. B. Dislokation des Humerus (Oberarmknochen) bei einem ausgekugelten Schultergelenk
  • osteophytäre Anbauten – reaktiv neugebildete Knochenvorsprünge
  • subchondrale Zystenbildung – Bildung von Hohlräumen unterhalb des Knorpels
  • freie Kalkteilchen in der Gelenkflüssigkeit – z. B. bei entzündlichen Prozessen
  • Gelenkergüsse – dieser wird im Röntgenbild durch Verdrängung des umliegenden Gewebes sichtbar

Die Darstellung der Weichteile im Röntgenbild ist eher unbefriedigend, sodass hier die Magnetresonanztomographie zum Einsatz kommt. Die Bildqualität ist hier erheblich besser.

Literatur

  1. Oestmann JW: Radiologie: Vom Fall zur Diagnose. Georg Thieme Verlag 2005
  2. Bohndorf K, Imhof H, Fischer W: Radiologische Diagnostik der Knochen und Gelenke. Georg Thieme Verlag 2006

     
Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag