Möglicherweise handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, da sich der Krankheitsverlauf mit Hilfe immunsuppressiver Medikamente positiv beeinflussen lässt.Im Rahmen einer Autoimmunerkrankung richtet sich das Abwehrsystem des Körpers gegen die eigenen Organe und Körperzellen. Auch lassen sich durch Nahrungskarenz (Verzicht auf Nahrungsaufnahme) eindrucksvolle Verbesserungen erzielen, was eventuell dadurch erklärbar ist, dass dem Körper Allergie-auslösende Stoffe entzogen werden.
Mögliche Faktoren, die die Entstehung des Morbus Crohn begünstigen
- Familiäre Häufung – bei mit Betroffenen im ersten Grad
Verwandten besteht ein 5-20fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung
einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. In zahlreichen
Untersuchungen wurde eine Vielzahl von Genen identifiziert, die für das
Auftreten von Morbus Crohn eine Rolle spielen könnten, diese Gene
unterliegen einer Mutation und sind in die Regulation des Immunsystems
der Darmschleimhaut einbegriffen [1]
Genetische Prädisposition – Störung beziehungsweise Fehlfunktion des Immunsystems der Darmschleimhaut mit chronischer Entzündungsreaktion – Immun- und Entzündungsmediatoren, wie Zytokine, Prostaglandine und Leukotriene, wurden in Geweben von Crohn-Patienten in erhöhter Konzentration nachgewiesen [1].
Patienten, deren Dickdarm von der Erkrankung betroffen ist, haben laut einer internationalen Studie weniger Kopien des Gens, welches für das so genannte Beta-Defensin-2 – ein körpereigenes Peptid-Antibiotikum – verantwortlich ist [2]. Defensine sind aus nur rund 30 Eiweißbausteinen zusammengesetzte Peptide und wirken wie körpereigene Antibiotika, die die Schleimhäute vor Bakterienbefall schützen. Patienten mit Kolonbefall durch Morbus Crohn weisen einen niedrigen Spiegel von beta-Defensinen in den Schleimhäuten auf. - Barrierestörung – eine weitere These besagt, dass es möglicherweise eine Barrierestörung zwischen Darmlumen und Organismus bei einigen Morbus Crohn-Patienten gibt. Dadurch können Darmbakterien in die Darmwand eindringen und dort zu Entzündungen führen, was die Darmwand weiter schädigt.
- Zytokine werden von allen Zellen in der Darmwand produziert, wirken auf das mukosale Immunsystem ein und sind – indem sie inflammatorische Prozesse fördern – wesentlich an den klinischen Symptomen, wie der Fibroseentwicklung, dem Ödem, dem Fieber, Gewichtsverlust sowie Untergewicht, beteiligt. Zytokine aktivieren neutrophile Granulozyten, die in der Folge aus dem Kapillarbereich auswandern und in hoher Zahl in die Darmwand gelangen. Dort setzen sie vermehrt Eicosanoide (Entzündungsmediatoren) frei, schädigen die Darmschleimhaut und erhöhen das Infektionsrisiko [1].
- Ernährungsfaktoren und Nahrungsbestandteile, insbesondere erhöhter Gebrauch von raffinierten Kohlenhydraten – weißer Zucker, Weißmehlprodukten; geringer Ballaststoffverzehr; hoher Konsum chemisch aufbereiteter Speisefette
- Psychosomatische Ursachen – Konfliktsituationen, Stress [1]
- Umweltfaktoren – Einfluss von Bakterien, Viren sowie Schadstoffen, die zu Infektionen sowie Entzündungen der Darmschleimhaut führen [3]
Literatur
- Biesalski, H. K.; Köhrle, J.; Schümann, K.
Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Kapitel 378 - 391
Georg Thieme Verlag; Stuttgart/New York 2002 - Klaus Fellermann, Daniel E. Stange et al.
A Chromosome 8 Gene-Cluster Polymorphism with Low Human Beta-Defensin 2 Gene Copy Number Predisposes to Crohn Disease of the Colon.
Am. J. Hum. Genet., 79:000, 2006 - Schmidt, Dr. med. Edmund, Schmidt, Nathalie
Leitfaden Mikronährstoffe. Kapitel 1, 48 - 86 (6.1.), 2, 96 - 228 (6.2.), 230 - 312 (6.3.),
318 - 339 (6.4.), 5, 500 - 512 (6.5.), 7, 640 - 649 (6.6.)
Urban & Fischer Verlag; München, Februar 2004












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