Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren
- Genetische Faktoren – familiäre Häufung
- Gendefekt im Kollagen Typ-I-alpha-1-Gen
- Vitamin D3-Rezeptor-Gen
- Osteogenesis imperfecta - Geschlecht – Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Das Verhältnis Männer zu Frauen bezogen auf die Häufigkeit der Erkrankung liegt bei etwa 1:2
- Alter – im Alter nimmt die Knochenmasse ab, der Knochen wird poröser und brüchiger
- Menopause – Wechseljahre der Frau
- Andropause – Wechseljahre des Mannes
- Hormonelle Faktoren
– Östrogenmangel bei Mädchen und jungen Frauen, z.B. bei später Menarche (verzögerter Pubertät, > 15. Lebensjahr)
Früher Eintritt der Wechseljahre (< 45. Lebensjahr) oder eine frühzeitige Entfernung der Eierstöcke
Modifizierbare – durch das Verhalten veränderbare – Risikofaktoren
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Untergewicht – Ein niedriges Körpergewicht (Body-Mass-Index < 20) oder ein Gewichtsverlust von mehr als 10 % in den letzten Jahren gehen mit einem erhöhten Risiko einher – das bedeutet jedoch nicht, dass Übergewicht anzustreben ist, sondern ein Normalgewicht bzw. ein altersentsprechendes Idealgewicht
- Ernährung – Fehlen von wichtigen Vitalstoffen wie z. B. mangelhafte Versorgung mit Calcium und Vitamin D und zu hoher Anteil von Phosphaten und Oxalsäure
Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- Amyloidose – verschiedene Erkrankungen, die alle mit Ablagerungen spezifischer Proteine (Eiweiße) einhergehen
- Diabetes mellitus
- Darmerkrankungen – wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
- Essstörungen – Anorexie – Magersucht –, Bulimie – Ess-Brech-Sucht
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) – wenn nicht behandelt
- Primärer Hyperparathyreoidismus – Überfunktion der Nebenschilddrüse
- Wachstumshormonmangel (Somatotrophes Hormon – STH)
- Östrogenmangel – je höher der Östrogen-Serumspiegel bei älteren Männern ist, desto dichter und fester sind die Knochen [1]
- Lactoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)
- Nierenerkrankungen – z.B. Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
- Leberzirrhose
- (Latente) metabolische Azidose
- Cushing Syndrom (Nebennierenüberfunktion)
- Gelenkerkrankungen – z.B. rheumatoide Arthritis [5], Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans; latinisiertes Griechisch: Spondylitis „Wirbelentzündung“ und ankylosans „versteifend“ – chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken), Lupus erythematodes
- Funktionsstörungen der Eierstöcke oder der Hoden
- Hypophysenvorderlappeninsuffizienz
- Malabsorption – gestörte Nähr- und Vitalstoffaufnahme
- Maldigestion – gestörte Nähr- und Vitalstoffverwertung
- Prolaktinom – Prolaktin-bildender Tumor
- Systemische Mastozytose
- Leukämie, Lymphome oder Plasmozytom
- Bösartige Tumoren
- Organtransplantationen/Immunsuppressiva
- Immobilität durch Krankheiten
- Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) – chronische Lungenerkrankung
- Skoliose – dauerhafte seitliche Krümmung der Wirbelsäule
- Multiple Sklerose (MS) – neurologische Erkrankung, die bis zu Lähmungen oder Spastiken der Extremitäten führen kann
- Sarkoidose – chronische Erkrankung mit Bildung von Granulomen (Knötchen), die vor allem in der Lunge und der Haut auftreten
Nicht behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- Paresen (Lähmungen)
Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten
- Homocystein – bei Mann und Frau: Prädiktor für Hüftfrakturen [2]
- Folatmangel – erhöht das Risiko für Hüftfrakturen bei Frauen [3]
Medikamente
- Aluminiumhaltige Medikamente wie beispielsweise Aluminiumhydroxid bei der Behandlung von Magengeschwüren
- Antikonvulsiva/Benzodiazepine
- Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer) – Heparin/kumarinhaltige Medikamente
- Abführmittel
- Barbiturate
- Breitbandantibiotika
- Chemotherapie
- Chloramphenicol
- Cholestyramin
- Cyclosporin
- Dicumarol
- Diuretika
- Gonadotropin-releasing-Hormon-Agonisten und Antagonisten
- Hypophysenhormon-Hemmstoffe
- Immunsuppressiva
- Kortison
- Lithium
- Neomycin
- Schilddrüsenhormone
- Phosphathaltige Antacida (Magenschutz-Medikamente)
- Protonenpumpenhemmer (durch eine Hypochlorhydrie können Protonenpumpenhemmer die Kalziumaufnahme verringern und somit eine Osteoporose verstärken, mit der Folge eines erhöhten Risikos für Schenkelhalsfrakturen [4])
- Sulfonamide
- Zytostatika
Sonstige Risikofaktoren
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Literatur
- Napoli, N., Faccio, R., Shreska, V., Bucchieri, S., Rini. G. B., Arnamento-Viallareal, R.
Calcif Tissue Int. 2007 Apr; 80 (4):227-32. Epub 2007 April 4 - Gjesdal CG, Vollset SE, Ueland PM, Refsum H, Drevon CA, Gjessing HK, Tell GS
Plasma total homocysteine level and bone mineral density: the Hordaland Homocysteine Study.
Arch Intern Med 2006;166(1):88-94. - Gjesdal CG, Vollset SE, Ueland PM, Refsum H, Meyer HE, Grethe ST
Plasma homocysteine, folate, and vitamin B 12 and the risk of hip fracture: the hordaland homocysteine study.
J Bone Miner Res 2007;22(5):747-56. - Y.-X. Yang, J. D. Lewis, S. Epstein, D. C. Metz.
Longterm proton pump inibitor therapy and risk of hip fracture.
JAMA 296: 2947–2953 - Korczowska I, Olewicz-Gawlik A, Trefler J, Hrycaj P, Krzysztof Łacki J.
Does low-dose and short-term glucocorticoids treatment increase the risk of osteoporosis in rheumatoid arthritis female patients?
Clin Rheumatol. 2008 May;27(5):565-72. Epub 2007 Oct 2.












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