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Ursachen
Hodengeschwülste (Hodenmalignome)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Bei Hodenmalignomen kommt es zu einem unkontrollierten Wachstum, welches meist von den Keimzellen (85-90 % der Hodentumoren; Keimzelltumoren (KZT)) ausgeht.

Unterschieden werden Seminome, die ca. 60 % aller KZT ausmachen, von Nichtseminomen. Zu den Letzteren zählen Chorionkarzinome, Dottersacktumoren, Embryonalzellkarzinome und Teratome. 

Die Keimzelltumoren entwickeln sich aus einer Vorläuferläsion, die als intratubuläre Keimzellneoplasie (IGCN) bezeichnet wird. Für diese Patientengruppe besteht ein 50-prozentiges Risiko, dass sich daraus innerhalb von 5 Jahren ein KZT entwickelt.

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung – positive Familienanamnese der ersten Generation von Angehörigen (Risiko ca. 4-6-fach erhöht bei Erkrankung des Vaters, 8-10-fach bei Erkrankung des Bruders)
    • 39 Risikogene erklären ein Drittel der Seminome von Vater und Sohn [1]
    • Genetische Erkrankungen
      • Klinefelter-Syndrom – genetische Erkrankung mit meist sporadischem Erbgang: numerische Chromosomenaberration (Aneuploidie) der Geschlechtschromosomen (Gonosomen-Anomalie), die nur bei Jungen bzw. Männern auftritt; in der Mehrzahl der Fälle durch ein überzähliges X-Chromosom (47, XXY) gekennzeichnet; klinisches Bild: Großwuchs und Hodenhypoplasie (kleiner Hoden), bedingt durch einen hypogonadotropen Hypogonadismus (Keimdrüsenunterfunktion); meist spontaner Pubertätsbeginn, jedoch schlechter Pubertätsfortschritt 
  • Sozioökonomische Faktoren – hoher sozioökonomischer Status

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Genussmittelkonsum
    • Tabakkonsum –  Steigerung des Verhältnisses (der Zahl von Marihuanakonsumenten zu -nichtkonsumenten) 18 % (OR 1,18), hier allerdings nicht für nichtseminomatöse, sondern für Keimzelltumoren des Hodens [2]
  • Drogenkonsum
    • Cannabis (Haschisch und Marihuana) → um 71 % erhöhtes Risiko für nichtseminomatöse Keimzelltumoren [2]

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Maldescensus testis (Hodenhochstand), angeborener – circa 8-fach erhöhtes Risiko für den ipsilateralen Hoden (Hoden auf der gleichen Seite); Risikoreduktion auf den Faktor 2,3 durch eine Orchidopexie (operative Fixierung des Hodens im Hodensack)
  • Kontralateraler ("auf der entgegengesetzten Körperseite gelegen") Hodentumor (als Vorerkrankung) (Risiko ca. 2 %)
  • Infertilität/Sterilität (Unfruchtbarkeit) (Inzidenz/Häufigkeit von Neuerkrankungen von Hodentumoren 1:2.000) 

Umweltbelastung inklusive Belastungen (Intoxikationen) am Arbeitsplatz

  • Kontakt mit in Ruß enthaltenem Benzo(a)pyren (1,2-Benzpyren) (Schornsteinfeger)

Literatur

  1. Wang Z et al.: Meta-analysis of five genome-wide association studies identifies multiple new loci associated with testicular germ cell tumor. Nature Genetics (2017) doi:10.1038/ng.3879 Received 03 April 2016 Accepted 27 April 2017 Published online 12 June 2017
  2. Song A et al.: Incident testicular cancer in relation to using marijuana and smoking tobacco: A systematic review and meta-analysis of epidemiologic studies. Urol Oncol 2020; https://doi.org/10.1016/j.urolonc.2020.03.013
     
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