Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medizingerätediagnostik
Hodengeschwülste (Hodenmalignome)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Skrotalsonographie/Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Skrotalinhalts (Hoden und Nebenhoden) (mind. 7,5 MHz-Schallkopf)
    [Sensitivität (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Verfahrens erkannt wird, d. h. ein positiver Befund auftritt): 100 %]
    • Kontrastmittelsonographie (CEUS = Contrast-enhanced ultrasound) verbessert maßgeblich die Diagnostik.
      [Unterscheidung von avaskulären, hypo- und hypervaskularisierten Prozessen/gesteigerte Dichte von Blutgefäßen in einem Gewebe; fehlender Nachweis einer Perfusion (Durchblutung) der Läsion (Veränderung) ist in aller Regel als Zeichen der Benignität/Gutartigkeit zu bewerten; Vorliegen einer Vaskularisation → Nachweis einer Neoplasie (Neubildung), was aber nicht gleichbedeutend mit einer Malignität/Bösartigkeit ist]
  • Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgen-Thorax/Brustkorb), in zwei Ebenen – zum Staging (Stadieneinteilung) 
  • Computertomographie des Thorax (Thorax-CT) und des Abdomens (Abdomen-CT) – zum Staging bzw. zum primären Staging bei Keimzelltumoren (KZT)
    Beachte: Bei Kontraindikationen (Gegenanzeigen) gegen die Gabe von iodhaltigem Kontrastmittel, wie Allergie, eingeschränkter Nierenfunktion oder Schilddrüsenfunktionsstörungen:
      • Magnetresonanztomographie (MRT) des Abdomens und Beckens – zum Staging
      • Computertomographie des Thorax (Thorax-CT) ohne Kontrastmittel – zur Abklärung einer pulmonalen Beteiligung (Lungenbeteiligung)
  • Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels – bei Patienten der schlechte Prognose-Gruppe nach IGCCCG sowie bei Patienten mit exzessiver Beta-hCG Wert-Erhöhung, multiplen pulmonalen Metastasen oder neurologischen Symptomen

Fakultative Medizingerätediagnostik in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • FDG-PET/CT (Verfahren sollte vorzugsweise als Kontrastmittel-CT durchgeführt werden)  Einsatz bei Seminompatienten (nicht bei Patienten mit einem nichtseminomatösen KZT/Keimzelltumor), die nach abgeschlossener Therapie bei normalen oder normalisierten Serum-Tumormarkern Residualtumoren (Tumoranteile, die nach einer Behandlung (Tumorchirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie) im Körper des Patienten verbleiben) mit einem Durchmesser > 3 cm aufweisen.
    Beachte: Das Verfahren sollte frühestens 6 Wochen nach dem Ende des letzten Zyklus der Chemotherapie durchgeführt werden.
  • Skelettszintigraphie (nuklearmedizinisches Verfahren, das funktionelle Veränderungen des Skelettsystems darstellen kann, in dem regional (örtlich) pathologisch (Krankhaft) erhöhte bzw. verminderte Knochenumbauprozesse vorliegen) – bei Verdacht auf Knochenmetastasen

Hodentumor-Screening

  • Ein allgemeines Screening zur Früherkennung wird nicht empfohlen, allerdings ist die regelmäßige Selbstuntersuchung der Hoden besonders bei jungen Männern sinnvoll. 
    Eine Anleitung zur Selbstuntersuchung gibt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. in Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. auf ihrem Internetportal www.hodencheck.de 

Nachsorge

  • Zwei bis drei Monate nach einer Strahlentherapie soll eine Abdomen-/Becken-CT zur Kontrolle erfolgen. Analog soll nach Chemotherapie verfahren werden. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist zugleich Ausgangspunkt für die weitere Nachsorge [Leitlinien: S3-Leitlinie].
  • Magnetresonanztomographie (MRT) des Abdomens und Becken –  zur Minderung der Strahlenbelastung sollte die CT des Abdomens und Beckens durch die MRT bei Kontraindikationen gegen die Gabe von iodhaltigem Kontrastmittel, wie Allergie, eingeschränkter Nierenfunktion oder Schilddrüsenfunktionsstörungen eingesetzt werden.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Keimzelltumoren des Hodens. (AWMF-Registernummer: 043 - 049OL), Mai 2019 Kurzfassung Langfassung
     
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