Ursachen
Pneumothorax

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Der primäre Spontanpneumothorax ist gekennzeichnet durch meist apikal (von lat.: apex „Spitze“: auf die Spitze bezogen) gelegene subpleurale Bullae (Blebs, Blasen). Das sonstige Lungengewebe ist gesund.

Der sekundäre Spontanpneumothorax tritt vor allem bei vorbestehenden Verwachsungen auf.
Bei Frauen tritt als eine Sonderform des sekundären Pneumothorax der katameniale Pneumothorax auf, der häufig durch subpleurale Endometriose (herdförmige Vorkommen von Endometrium (Uterusschleimhaut) außerhalb der physiologischen Lokalisation) bedingt ist.

Der Spannungspneumothorax entsteht durch einen immer weiter zunehmenden Druck im Pleuraraum (durch einen Ventilmechanismus). Dadurch kommt es zur eingeschränkten Entfaltung der gegenseitigen (gesunden) Lunge mit einer sich rasch entwickelnden respiratorischen Insuffizienz/Atemschwäche (starke Dyspnoe/Atemnot und Zyanose/Blausucht) und zu einem verminderten Blutrückfluss zum Herzen (Blutdruckabfall und Kreislaufversagen).

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung
    • Genetische Erkrankungern
      • Birt-Hogg-Dubé-Syndrom (BHDS) – genetische Erkrankung mit autosomal dominantem Erbgang; Keimbahnmutationen im Gen FLCN wurden in Familien mit BHDS gefunden; klinisches Bild: Hautläsionen, Nierentumoren und Lungenzysten, evtl. in Verbindung mit einem Pneumothorax (Lungenkollaps aufgrund von Luft im Pleuraspalt (Raum zwischen Rippen- und Lungenfell, in dem physiologischerweise eine Unterdruck herrscht))
      • Mukoviszidose (Zystische Fibrose, ZF) ‒ genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang, die durch die Produktion von zu zähmen Sekret in verschiedenen Organen gekennzeichnet ist.

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Rauchen ‒ erhöht das Risiko beim primären Spontanpneumothorax

Krankheitsbedingte Ursachen

Atmungssystem (J00-J99)

  • Asthma bronchiale
  • Atemwegserkrankungen, nicht näher bezeichnet (z. B. Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, COPD)
  • Infektiöse Lungenerkrankungen, nicht näher bezeichnet (z. B. Tuberkulose)
  • Interstitielle (bindegewebige) Lungenerkrankungen, nicht näher bezeichnet (z. B. Lungenfibrose)
  • Pneumonie (Lungenentzündung)

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Tuberkulose

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Histiozytose/Langerhans-Zell-Histiozytose (Abkürzung: LCH; früher: Histiozytose X; engl. histiocytosis X, langerhans-cell histiocytosis) – systemische Erkrankung mit Proliferation von Langerhans-Zellen in unterschiedlichen Geweben (Skelett 80 % der Fälle; Haut 35 %, Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) 25 %, Lunge und Leber 15-20 %); in seltenen Fällen können auch neurodegenerative Zeichen auftreten; in 5-50 % der Fälle tritt bei Befall der Hypophyse ein Diabetes insipidus (Hormonmangel-bedingte Störung im Wasserstoffwechsel, die zu einer extrem hohen Harnausscheidung) auf; die Erkrankung tritt disseminiert ("über den ganzen Körper oder bestimmte Körperregionen verteilt") häufig bei Kindern zwischen 1-15 Jahren auf, bei Erwachsenen seltener, hier vorwiegend mit einem isolierten pulmonalen Befall (Lungenbefall); Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) ca. 1-2 pro 100.000 Einwohner 
  • Lymphangioleiomyomatose (LAM) – sehr seltene Erkrankung der Lunge, die meistens progredient (fortschreitend) ist, zur chronischen Hypoxie (Sauerstoffmangel) führt und letztendlich lebensbedrohend ist; betrifft nahezu ausschließlich Frauen 
  • Neubildungen der Lunge, nicht näher bezeichnet

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Husten, starker bzw. Pressen → Spontanpneumothorax

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Thorakale Endometriose ‒ Auftreten von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter; hier im Brustkorb

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Traumatische Thoraxverletzungen (Verletzungen des Brustkorbs) führen zum traumatischen Pneumothorax:
    • Rippenfrakturen (am häufigsten)
    • penetrierende Stichverletzungen
    • stumpfes Thoraxtrauma

Weitere Ursachen ‒ die folgenden ärztlichen Maßnahmen können zum iatrogenen Pneumothorax führen:

  • Barotrauma ("Druckverletzung") durch künstliche Beatmung
  • Paravertebrale Nervenblockaden ‒ Nervenblockaden, die neben der Wirbelsäule durchgeführt werden
  • Punktion der Vena subclavia ‒ Punktion der Unterschlüsselbeinvene
  • Transbronchiale Biopsie ‒ Probegewinnung durch die Bronchien
  • Transthorakale Feinnadelpunktion ‒ Probegewinnung durch den Brustkorb
     
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