Medizingerätediagnostik
Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Abdomensonographie (Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane (hier: Pankreassonographie/Bauchspeicheldrüsenultraschall) – als Basisdiagnostikum und Methode der Wahl bei leichten Verläufen
    • [akute Pankreatitis: Ödem (Wassereinlagerung), hypoechogenes Pankreas, freie Flüssigkeit, ggf. Hinweis auf biliäre (gallenblasen-bedingte) Ursache
    • chronische Pankreatitis: Verkalkungen; unsichere Zeichen: inhomogenes Organ bei normal weitem Pankreasgang]

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Endosonographie* (EUS; Ultraschalluntersuchung auf endoskopischen Weg) bietet die höchste Ortsauflösung in der Darstellung des Pankreas; Durchführung mit endosonographisch-gestützer Feinnadelbiopsie – bei unsicherem Hinweis auf eine chronische Pankreatitis [Methode der Wahl]; zur Abklärung bei vermuteten Obstruktionen (Verengungen) der Gallenwege
  • Computertomographie (CT) des Abdomens (Abdomen-CT) bei Verdacht auf komplizierte Verläufe als Methode der Wahl bei einer akuten Pankreatitis (Goldstandard für Nekrosennachweis/nekrotisierende Pankreatitis) und zum Nachweis von Verkalkungen und Pseudozysten bei chronischer Pankreatitis
    Beachte: Eine Schweregradprognose kann nicht mittels CT empfohlen werden.
  • Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP)* – bei Verdacht auf chronische Pankreatitis und unklaren Pankreasveränderungen in der Sonographie (Ultraschalluntersuchung), um nähere Informationen zum Pankreasgangsystem zu erhalten
  • Magnetresonanztomographie des Abdomens (Abdomen-MRT) bei Verdacht auf komplizierte Verläufe
  • Röntgen-Abdomen-Übersichtsaufnahme
  • Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatiko-Graphie (ERCP; diagnostische Methode, die die Verfahren einer Spieglung und der Radiologie vereint; zur Darstellung der Gallenwege, Gallenblase und des Pankreasgangs) mit Papillotomie (Spaltung der Papilla duodeni major mitsamt des Sphinkterapparates (Schließmuskel (Sphincter oddi)); diese befindet sich an der gemeinsamen Mündung von Ductus choledochus (Hauptgallengang) und Ductus pancreaticus (Bauchspeicheldrüsengang) in das Duodenum (Zwölffingerdarm)) – bei unkomplizierter biliärer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung im Rahmen eines gallengangbedingtem Aufstaus) innerhalb von 72 h; bei Cholangitis (Gallengangsentzündung) und Sepsis (Blutvergiftung) sofort
    [bei chronischer Pankreatitis sollte auf eine ERCP verzichtet werden wg. höherer Morbidität (Krankheitshäufigkeit) (5-10 %, 3,47 % post-ERCP-Pankreatitis) und Mortalität (Sterberate) von 3,3 %]

Weitere Hinweise

  • *Bei unzureichender Aussage von EUS und MRCP kann in Einzelfällen eine endoskopische retrograde Pankreatographie (ERP; diagnostische Methode, die die Verfahren einer Spieglung und der Radiologie vereint; zur Darstellung des Pankreasgangs) durchgeführt werden. Ebenfalls kann die ERP auch bei einer Autoimmunpankreatitis eingesetzt werden. 
  • Bei ca. 30 % der Patienten mit akuter Pankreatitis lassen sich im EKG Zeichen nachweisen, die einem Hinterwandinfarkt ähneln.
     
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