Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) wird zum Nachweis einer gestörten Glukoseverwertung und in der Frühdiagnostik des Diabetes mellitus – Zuckerkrankheit – verwendet.
Der orale Glukosetoleranztest wird
empfohlen beziehungsweise ist erforderlich bei folgenden
Gesundheitsrisiken beziehungsweise Erkrankungen
- Menschen mit Zeichen eines metabolischen Syndroms, das heißt, bei allen Übergewichtigen, die zusätzlich Risikofaktoren wie einen erhöhten Blutdruck und/oder erhöhte Lipidwerte haben
- Bei gestörter Nüchternglukose (100 bis 125 mg/dl)
- Verwandten 1. Grades von Typ-2-Diabetikern
- KHK-Patienten und Adipösen
- Schwangeren zum Ausschluss eines Gestationsdiabetes
Bei einem bekannten Diabetes mellitus ist der Test kontraindiziert, das heißt, er darf nicht durchgeführt werden.
Vorgehen
- Vor dem Test soll mindestens drei Tage lange eine kohlenhydratreiche Diät eingehalten werden.
- Morgens am Untersuchungstag wird nüchtern – ohne, dass in den letzten acht Stunden etwas gegessen oder getrunken wurde – Blut entnommen zur Bestimmung des Nüchternblutzuckerspiegels und danach trinkt der Patient nüchtern 75g Glukose in Tee gelöst oder 75g eines speziellen Zuckergemisches
- Der Blutzucker wird nüchtern, nach 30, 60, 90,120 Minuten und unter Umständen noch einmal nach drei Stunden gemessen
Bewertung nach der Definition der WHO (1985)
| Zeit | Normalwerte | Grenzwerte |
| Nüchtern | 70-100 mg/dl | 101-130 mg/dl |
| Nach 1 Stunde | 70-160 mg/dl | 161-220 mg/dl |
| Nach 2 Stunden | 70-120 mg/dl | 121-150 mg/dl |
| Nach 3 Stunden | 70-100 mg/dl | 101-130 mg/dl |
Störfaktoren
- Falsch-positive Ergebnisse können bei zu geringer Kohlenhydratzufuhr an den vergangenen Tagen oder Medikamenteneinnahme wie beispielsweise Diuretika – entwässernde Medikamente – oder Abführmittel vorkommen
- Falsch-negative Ergebnisse können bei blutzuckersenkenden Medikamenten oder körperlicher Aktivität während des Tests auftreten













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