Neue diagnostische Verfahren – basierend auf molekulargenetischen Methoden – ermöglichen den sicheren direkten Nachweis der Erreger-DNS aus dem Urin beziehungsweise dem Sekret des Gebärmutterhalses.
Der Erreger
Chlamydien sind Bakterien, die je nach Bakterienart, verschiedene Erkrankungen hervorrufen können
- Chlamydia trachomatis verursacht Geschlechtskrankheiten und in tropischen und subtropischen Regionen das Trachom – eine entzündliche Bindehautentzündung, die eine der häufigsten Erblindungsursachen darstellt – sowie Infekt-reaktive Arthritiden – dieses sind primär sterile Gelenkentzündungen, die im Anschluss an bakterielle extraartikuläre - außerhalb des Gelenkes auftretende – Infektionen auftreten.
- Chlamydia psittaci ist der Erreger der Papageienkrankheit – Ornithose –, die auch auf den Menschen übertragen werden kann. Diese Erkrankung ist sehr selten und ähnelt einer Lungenentzündung.
- Chlamydia pneumoniae kann zu einer atypischen Pneumonie, das ist eine atypische Lungenentzündung, Entzündungen der Nasennebenhöhlen – Sinusitis genannt – und Gefäßentzündungen – so genannte Riesenzellarteriitis – ein Zusammenhang mit der Koronaren Herzerkrankung (KHK) scheint wahrscheinlich – führen.
Auf Grund der möglichen Folgen und Komplikationen ist diese Infektion ernst zu nehmen und muss in jedem Fall behandelt werden
- Die Gefahr einer Infektion besteht vor allem für junge Menschen.
- Bei jungen Frauen besteht ein hohes Risiko für eine schwere Unterleibsentzündung - Adnexitis –, die zu einer Verklebung der Eileiter führen kann, so dass eine Schwangerschaft auf normalem Wege nicht mehr möglich ist – tubare Sterilität. Des Weiteren steigt das Risiko für eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter – so genannte ektopische Schwangerschaften: Dabei nistet sich die Eizelle beispielsweise im Eileiter – so genannte Tubaria – oder in der Bauchhöhle ein.
- Bei Schwangeren, die eine Chlamydien-Infektion haben, muss häufiger mit einem Abort – Fehl- oder Frühgeburt – oder einem vorzeitigen Fruchtblasensprung gerechnet werden. Außerdem besteht das Risiko, dass sich das Kind während der Geburt ansteckt. Dieses führt bei den Neugeborenen zu einer Augenentzündung sowie – in seltenen Fällen – zu einer Lungenentzündung.
- Frauen mit einer Chlamydien-Infektion haben ein erhöhtes Risiko, sich mit dem HIV-Virus anzustecken.
- Frauen mit einer HPV-Infektion und gleichzeitiger Chlamydien-Infektion erkranken häufiger am Gebärmutterhalskrebs, das heißt eine Chlamydien-Infektion ist ein Cofaktor - mit verursachender Faktor – für den Gebärmutterhalskrebs bei HPV-infizierten Frauen.
- Bei Männern besteht ein Risiko für eine Entzündung der Prostata und der Nebenhoden.
- Eine sehr seltene Folgeerkrankung ist die Reiter-Krankheit, die sich durch Gelenkschmerzen – hier insbesondere geschwollene Fuß- und Kniegelenke –, Augenentzündungen – Konjunktivitis –, Ausschlag auf den Schleimhäuten und der Haut und Entzündungen der Harnwege – Zystitis, Pyelonephritis – äußert. Betroffen sind überwiegend junge Männer. Die Reiter-Krankheit kann sowohl durch eine Chlamydien-Infektion als auch durch eine Darm-Infektion mit Enterobakterien ausgelöst werden.
Infektionsweg
Die Übertragung der Chlamydien erfolgt durch Geschlechtsverkehr, oral oder als Schmierinfektion – auch Kontaktinfektion genannt –
- Die Geschlechtskrankheit wird vor allem durch den Geschlechtsverkehr übertragen.
Achtung!
Personen, die häufig wechselnde Partnerinnen und Partner haben und ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren, sind besonders gefährdet. - Die Inkubationszeit, das heißt die Zeit vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome/Beschwerden, beträgt 1 bis 3 Wochen
Symptome
Etwa 75 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer haben nach einer Chlamydien-Infektion nur geringfügige oder gar keine Beschwerden.
Folgende Symptome können auftreten
- Bei Frauen kommt es zu vermehrtem Scheidenausfluss, Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen. Die Infektion beschränkt sich anfangs auf den Gebärmutterhals – Cervix uteri – beziehungsweise auf die Harnröhre – Urethra. Es besteht jedoch die Möglichkeit einer aufsteigenden Infektion in die Gebärmutterhöhle – hier entsteht eine Gebärmutterschleimhautentzündung – Endometritis genannt – und in den Eileitern – eine Eileiterentzündung – Adnexitis genannt. Über die Eileiter hinaus kann das gesamte kleine Becken in die Entzündung einbezogen werden, das heißt es kommt zu einer Entzündung des Bauchfells im kleinen Becken – Pelveoperitonitis genannt. Dieser schwere Zustand geht mit Bauchschmerzen und Fieber einher.
- Bei Männern ist die Entzündung der Harnröhre – so genannte Urethritis – das häufigste Symptom. Durch die Anschwellung der Schleimhaut in der Harnröhre ist das Wasserlassen erschwert – gleichzeitig besteht ein starker Harndrang. Ziehende Schmerzen und schleimig-eitriger Ausfluss sowie ein Jucken und Brennen beim Wasserlassen sind typische Beschwerden einer Chlamydien-Infektion.
Achtung!
Eine Chlamydien-Infektion zeigt ähnliche Symptome wie die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe – auch Tripper genannt. Da die Behandlung dieser beiden Erkrankungen jedoch unterschiedlich ist, ist es wichtig, das eine eindeutige Diagnose gestellt wird.
Ihr Nutzen
Die Chlamydien-Diagnostik hilft Ihnen und Ihrem Partner, eine Chlamydien-Infektion zu erkennen, sodass rechtzeitig die richtige Behandlung behandelt durchgeführt werden kann, um Folgeschäden möglichst zu vermeiden.












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