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Folgeerkrankungen
Akute myeloische Leukämie (AML)

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch eine akute myeloische Leukämie (AML) mit bedingt sein können:

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem 
(D50-D90)

  • Anämie (Blutarmut)
  • Blutungen
  • Thrombozytopenie – Verminderung der Blutplättchen im Blut 

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) wg. Kardiotoxizität  (Herz- bzw. herzmuskelschädigend) der Therapie – In einer Studie kam es während der Nachbeobachtung über 5 Jahre bei 12 % der Patienten zu einer Kardiotoxizität (= linksventrikuläre systolische Dysfunktion ≥ 2. Grades (Abnahme der linksventrikulären Pumpfunktion, d. h. der linken Herzkammer); in 71 % der Fälle trat die Kardiotoxizität während der Therapie auf. Die Kardiotoxizität beeinflusste sowohl das ereignisfreie Überleben (Hazard Ratio [HR] 1,6; p = 0,004) als auch das Gesamtüberleben (HR 1,6; p = 0,005) [4].
  • Thrombose (Verschluss einer Vene durch einen Blutpfropf), venös und/oder arteriell – Auftreten vor allem während der Induktionschemotherapie; 8,7 % der jüngeren Patienten (4,7 % venös, 4,0 % arteriell). 2,9 % Lungenembolie, 1,4 % Beinvenenthrombose und 0,4 % Thrombosen in den Armen; arterielle Thrombose → 1,4 % Myokardinfarkt (Herzinfarkt) oder akutes Koronarereignis, 1,4 % ischämischen Apoplex (Schlaganfall), 0,4 % transitorische ischämische Attacke (TIA; plötzlich auftretende Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu neurologischen Störungen führt, die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbilden), 0,7 % andere arterielle thrombotische Ereignisse [3]; Labordiagnostik: D-Dimer

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Infektionen aller Art
  • Sepsis (Blutvergiftung)

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Rezidiv – Wiederauftreten der Erkrankung
  • Malignes Melanom (Primärmelanom) (6,4-fache standardisierte Inzidenzrate als Verhältnis der beobachteten zu der erwarteten Tumorhäufigkeit) [2]
  • Myelosarkom (Synonyme: granulozytäres Sarkom, extramedullärer myeloider Tumor oder auch Chlorom); tritt mediastinal auf (2-5 % der Patienten mit AML entwickeln eine solche extramedulläre Manifestation)

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Niereninsuffizienz/Urämie – Nierenschwäche bzw. Nierenversagen/Auftreten harnpflichtiger Substanzen im Blut oberhalb der Normwerte

Prognosefaktoren

  • Die Prognose von Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) hängt von den Mutationen ab, die die Chemotherapie „überlebt“ haben: Leukämie-assoziierte Mutationen nach Chemotherapie verkürzten die Überlebenszeit der Patienten von 42,2 auf 10,5 Monate [1].
    Hinweis: Ca. 20 % aller Patienten mit AML werden durch eine initiale Chemotherapie geheilt, d.h. sie benötigen keine weitere Therapie. Weiteren 50 % haben ein Rezidiv nach einer anfänglichen Remission (Anteil der Blasten < 5 %).

Literatur

  1. Klco JM et al.: Association Between Mutation Clearance After Induction Therapy and Outcomes in Acute Myeloid Leukemia. JAMA. 2015 Aug 25;314(8):811-22. doi: 10.1001/jama.2015.9643.
  2. Caini S et al.: Risk of second primary malignancies among 1537 melanoma patients and risk of second primary melanoma among 52 354 cancer patients in Northern Italy. J Eur Acad Dermatol Venereol 2016, online 18. März; doi: 10.1111/jdv.13645
  3. Libourel EJ et al.: Disseminated intravascular coagulation at diagnosis is a strong predictor for thrombosis in acute myeloid leukemia. Blood. 2016 Oct 6;128(14):1854-1861. doi: 10.1182/blood-2016-02-701094.
  4. Getz KD et al.: Occurrence of Treatment-Related Cardiotoxicity and Its Impact on Outcomes Among Children Treated in the AAML0531 Clinical Trial: A Report From the Children’s Oncology Group. J Clin Oncol. 2018;37(1):12-21
     
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