Knochendichtemessung (QUS)
Lunar Achilles Insight – Osteosonographie (QUS)

Die Osteosonographie (Synonym: quantitative Ultraschallmessung; QUS) ist ein diagnostisches Verfahren zu Messung und Bewertung der Knochendichte insbesondere bei Osteoporose-gefährdeten Patienten. Das Verfahren dient des Weiteren der Frühdiagnose und der Verlaufskontrolle bei Osteoporose (Knochenschwund). Die Methode gehört zu den Verfahren der Osteodensitometrie (Knochendichtemessung). Zu diesem Zweck kommen unterschiedliche Geräte zum Einsatz.
Eines davon ist das Lunar Achilles Insight-Gerät, das durch die Verwendung der Sonographie (Ultraschall) eine präzise Messung der Knochendichte erlaubt und so zur Diagnostik und Früherkennung von Erkrankungen des Skelettsystems beiträgt. Als besonders sinnvoll hat sich die Messung der Knochendichte am Fersenbein erwiesen, da die Messergebnisse Rückschlüsse auf den Zustand des übrigen Skelettsystems erlauben.

Der altersbedingte Verlust der Knochendichte bzw. der Knochenmasse ist ein natürlicher physiologischer Prozess. Bis zum 30. Lebensjahr erreicht die Knochenmasse ihr Maximum, dieser Wert wird auch als „peak bone mass” bezeichnet. Zur Unterscheidung eines physiologischen Knochenabbaus von einer Osteopenie (Minderung der Knochendichte) oder Osteoporose (Verminderung der Knochenmasse mit erhöhter Frakturanfälligkeit) wird die Osteodensitometrie eingesetzt. Erst ein Knochenmassenverlust von 30 % ist im nativen Röntgenbild sichtbar (erhöhte Strahlentransparenz), allerdings führt bereits ein 10%iger Verlust zu einem dreifachen Risiko einer Schenkelhalsfraktur und zum doppelten Frakturrisiko (Knochenbruchrisiko) im Bereich der Rumpfwirbelsäule. Die Abnahme der Knochendichte korreliert also mit dem Frakturrisiko. Die Messung durch die Osteosonographie nach der Lunar-Methode am Fersenbein kann das Risiko einer zukünftigen Schenkelhalsfraktur gut abschätzen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Osteoporose:
    • Früherfassung der Osteoporose (Knochenschwund)
    • Früherfassung der Osteopenie (Minderung der Knochendichte)
    • Frakturrisikoabschätzung (Knochenbruchrisikoabschätzung)
    • Stadien-Einteilung der manifesten Osteoporose
    • Verlaufskontrolle der Progression
    • Verlaufskontrolle der (medikamentösen) Therapie
  • Patienten über 65 Jahren ohne Risikofaktoren für eine Knochendichteminderung
  • Patienten über 65 Jahren mit den folgenden Risikofaktoren:
    • Osteoporosebelastung in der Familie – mindestens zwei Familienmitglieder mit Osteoporose
    • Familienanamnese mit Erkrankungen, die mit einer Knochendichteminderung einhergehen
    • Hypogonadismus – Keimdrüsenunterfunktion (Hoden/Eierstöcke) von Mann beziehungsweise Frau
    • frühes Klimakterium (Menopause, Wechseljahre)
    • Fraktur (Knochenbruch) nach der Menopause
    • altersabhängiger, deutlicher Verlust der Körpergröße
    • Genussmittelkonsum: Alkohol (Frau: > 20 g/Tag; Mann: > 30 g/Tag); Tabak (Rauchen – bei Osteoporose nach der Menopause)
    • Bewegungsmangel
    • BMI (Bodymass-Index) < 20 kg/m²
    • unbeabsichtigter Gewichtsverlust von über 10 kg bzw. von mehr als 10 % in den letzten Jahren
    • keine Östrogensubstitution in der Postmenopause
  • Weitere Indikationen:
    • Hormonelle Faktoren – Östrogenmangel bei Mädchen und jungen Frauen, z. B. bei später Menarche (verzögerter Pubertät, > 15. Lebensjahr)
    • Früher Eintritt der Wechseljahre (< 45. Lebensjahr) oder eine frühzeitige Ovarektomie (Eierstockentfernung)
    • Menopause (Wechseljahre der Frau)
    • Andropause (Wechseljahre des Mannes)
    • Anorexia nervosa (Magersucht)
    • chronische Erkrankungen oder Operationen, die Knochenschwund auslösen können, z. B. Dünndarmerkrankungen und Magenoperationen
    • chronische Niereninsuffizienz (chronische Nierenschwäche)
    • erhöhtes Sturzrisiko (mehr als 2 Stürze in 6 Monaten)
    • früher aufgetretene Frakturen (Knochenbrüche)
    • Gelenkerkrankungen mit Bewegungseinschränkung
    • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
    • Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)
    • Osteopathien (Knochenerkrankungen)
    • Glucocorticoid-Langzeittherapie – Cortisol-Einnahme
    • systemische Langzeittherapie mit den folgenden weiteren Medikamenten: Antiepileptika, Glucocorticoide, Heparin, Marcumar
    • Therapie mit Immunsuppressiva nach Organtransplantationen
    • Patienten nach Transplantation, v.  a. von Niere, Leber und Herz
    • Zustand nach Operationen im Bereich des Gastrointestinaltraktes (Magen-Darm-Trakt)

Das Verfahren

Bei der Osteosonographie nach der Lunar-Methode handelt es sich um ein nicht-invasives Verfahren. Die moderne Gerätetechnik setzt den Patienten keiner Belastung aus. Der Patient befindet sich in bequemer sitzender Lage, während sein Fersenbein sich ergonomisch in das Gerät einfügt. Das Lunar Achilles Insight-Gerät ist leicht zu bedienen und fügt sich aufgrund seiner Kompaktheit und seines leichten Gewichts (10 kg) optimal in den täglichen Gebrauch einer Praxis ein.

Das technische Prinzip beruht auf einer quantitativen Ultraschallmessung. Gemessen werden die spezifische Schallleitungsgeschwindigkeit und die Schallabschwächung durch den Knochen, die eine Beurteilung der Dichte des Knochengewebes erlauben. Bevorzugter Messort neben Schienenbein, Unterarm oder Finger ist das Fersenbein, so wie auch bei der Lunar-Methode.

Auf der einen Seite des Fersenbeins befindet sich ein Sender, der Ultraschallwellen durch das Fersenbein schickt. Diese werden auf der entgegengesetzten Seite des Fersenbeins von einem Empfänger registriert und protokolliert. Das Gerät misst sowohl die Zeit, die die Ultraschallwellen vom Sender zum Empfänger brauchen als auch wie viel Ultraschall durch den Knochen absorbiert wird. Daraus wird anschließend die Schallleitungsgeschwindigkeit und die Schallabschwächung errechnet.

Ihr Nutzen

Die Osteosonographie nach der Lunar-Methode ist ein aussagekräftiges diagnostisches Verfahren zur Erfassung der Knochendichte und der Knochenbeschaffenheit des gesamten Skelettsystems. Das wichtigste Einsatzgebiet bildet die Diagnose, die Stadien-Einteilung und die Verlaufskontrolle der Osteoporose im Hinblick auf das Frakturrisiko.

Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen wird Ihr Knochenbruchrisiko deutlich gesenkt und Ihre Lebensqualität erhöht.

Literatur

  1. Bischof HP, Heisel J, Locher H: Praxis der konservativen Orthopädie. Georg Thieme Verlag 2007
  2. Leisten E: Osteoporose: Handeln bevor der Knochen bricht. Edith Leisten Verlag 2010
  3. Faßbender E: Osteoporose kompakt: Leitlinienbasierte Prävention, Diagnostik und Therapie. Schattauer Verlag 2008

     
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