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Spermiogramm
Computergestützte Spermaanalyse
Bei einem Spermiogramm handelt es sich um eine quantitative und qualitative Analyse der Spermatozoen (Samenzellen).

Das normale Ejakulat hat ein Volumen von circa fünf Milliliter und enthält ungefähr 20 Millionen Spermatozoen pro Milliliter.

Das Spermiogramm stellt eine wichtige Untersuchungsmethode im Rahmen der Sterilitätsdiagnostik dar.

Das Verfahren

Das Ejakulat (Samenerguss) sollte nach einigen Tagen sexueller Karenz gewonnen werden und umgehend zur Untersuchung ins Labor gebracht werden, um eine Verfälschung des Untersuchungsergebnisses zu vermeiden. Wichtig für die Aufbewahrung des Ejakulates beim Transport ist es, dass dieses nicht in einem Kondom aufbewahrt wird, da dieses im Regelfall spermatozide Wirkstoffe enthält, das heißt Substanzen, die Spermien abtöten.

Nachfolgende wichtige Hinweise, die vor der Ejakulatgewinnung unbedingt einzuhalten sind!

Ejakulat-Gewinnung

  1. Blase entleeren
  2. Hände und Penis gründlich waschen
  3. Ejakulat in einem sterilen Gefäß "auffangen" bzw. verwahren
  4. Frisch ins Labor bringen

Der Untersuchung erfolgt computergestützt mikroskopisch mittels eines Bildanalyseprogramms. Dabei werden beurteilt: Beweglichkeit der Spermien, die Spermiendichte (Anzahl der Spermien pro Milliliter) und die Morphologie (Aussehen) der Spermien. Des Weiteren werden durch den Untersucher sämtliche Beimengungen des Ejakulates beschrieben und beurteilt (z.B. Vorkommen von Erythrozyten, dieses sind rote Blutkörperchen, Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Bakterien etc..
Eventuelle Bakterien werden durch eine bakteriologische Untersuchung differenziert, das heißt die Keimart und deren Dichte [KBE/ml]
wird festgestellt.

Die Normwerte

Die Normalwerte des Spermas in der mikroskopischen Untersuchung (laut WHO-Richtlinien 1993)

  • Volumen des Ejakulats ≥ 2 ml
  • Spermiendichte – mehr als 20 Millionen Spermien pro Milliliter
  • Spermienbeweglichkeit – muss mehr als 50 % betragen und mindestens 25 % schnell bewegliche Spermien beinhalten und mindestens 20 % mäßig schnell bewegliche Spermien
  • Spermienvitalität – es sollten mindestens 75 % vitale Spermien vorliegen
  • Spermienmorphologie – mindestens 30 % müssen unauffällig aussehen

Pathologische Werte

Daneben muss das Ejakulat weiteren Laboruntersuchungen zugeführt werden. Dabei ergeben sich folgende Normalwerte (laut WHO-Richtlinien 1993)

  • pH-Wert des Ejakulats sollte zwischen 7,2 und 8,0 liegen
  • MAR-Test (Mixed-Antiglobulin-Reaction-Test) – bei diesem Test sollen weniger als zehn Prozent der Spermien mit Antikörpern behaftet sein, um eine spontane Konzeption ausführen zu können
  • Leukozyten – es sollten < 1 Million Leukozyten (weiße Blutkörperchen) pro Milliliter im Ejakulat vorliegen
  • Alpha-Glukosidase – dabei handelt es sich um ein Enzym; es sollten ≥ 11 mU vorliegen
  • Citrat – das Ejakulat sollte ≥ 52 µmol Citrat enthalten
  • Saure Phosphatase – das Ejakulat sollte ≥ 200 U saure Phosphatase enthalten
  • Fruktose (Fruchtzucker) – das Ejakulat sollte ≥ 13 µmol Fruktose enthalten
  • Zink – das Ejakulat sollte ≥ 24 µmol Zink enthalten

Neben den Normwerten gibt es viele verschiedene Pathologien des Ejakulats

  Spermienzahl
(Millionen/Milliliter)
Morphologie (% normal) Motilität [%]
(Beweglichkeit)
       
Normozoospermie > 20 > 60 > 60
Asthenozoospermie > 20 > 60 < 60
Oligozoospermie < 20 < 60 < 60
Teratozoospermie > 20 < 60 < 60
Nekrozoospermie Unterschiedlich 60 Alle tot
Azoospermie Keine Spermien    
Aspermie Kein Ejakulat    


Mikrobiologie des Ejakulates – Bedingungen für eine antibiotische Therapie

  1. Eine positive Ejakulatkultur liegt vor bei: >103 Keime/ml (relevante Keimart)
  2. Eine Leukospermie liegt bei: >106 Leukozyten/ml
Eine bakteriologische Ejakulatuntersuchung besteht aus: Bestimmung der Keimart und Keimzahl [KBE/ml] inklusive einem Resistogramm!
     
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