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Anamnese - Krankengeschichte
Sterilität des Mannes

Die Anamnese (Krankengeschichte) und Symptome (Beschwerden) weisen den Weg zu den möglichen Sterilitätsursachen.

Familienanamnese

Eigenanamnese

Modifizierbare durch das Verhalten veränderbare Risikofaktoren

  • Fehlernährung – nicht vollwertige, vitalstoffarme Ernährung
  • Adipositas (Übergewicht) 10 kg Übergewicht steigern das Risiko für Unfruchtbarkeit um 10 % [1]
  • Untergewicht
  • Genussmittel Alkohol, Rauchen, Koffein (Kaffee, Schwarzer Tee)
  • Drogenkonsum – Cannabis führt bei regelmäßigem Konsum zur verminderten Testosteron-Produktion und Oligozoospermie (geringere Spermiendichte)
  • Exzessiver Sport
  • Stress


Behandelbare Erkrankungen

  • Prostatitis
  • Verlegung der Samenwege nach entzündlichen Veränderungen, wie Epididymitis (Entzündung des Nebenhodens), Prostatitis (Entzündung der Prostata), Urethritis (Entzündung der Harnröhre)
  • Varikozele (Krampfaderbruch) – meist auch mit Hoden- und Nebenhodentiefstand auf der betroffenen Seite
  • Hodenverletzungen
  • Operationen, die zu einer Obstruktion (Verschluss) der Samenwege führen können: Leistenhernie (Leistenbruch), Hodentorsion (Hodenverdrehung), Hydrozele (Wasserbruch)
  • Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe, Syphilis
  • Fieberhafte Infekte beispielsweise Bronchitiden ( Entzündungen der Bronchien), Sinusitiden (Nebenhöhleninfektionen) können über eine erhöhte Hodentemperatur zu Störung der Samenzellbildung führen
  • Diabetes mellitus kann zu Erektions- und Ejakulationsstörungen führen sowie Ursache eines Hypogonadismus sein
  • Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen können Ursache eines Hypogonadismus sein
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Hypophysentumor (Tumor der Hirnanhangsdrüse), Prolaktinom


Nicht behandelbare Erkrankungen

  • Hodenhypoplasie Unterentwicklung des Hodengewebes
  • Mumpsorchitis (Mumps-bedingte Hodenentzündung) Mumps oder "Ziegenpeter" verläuft in der Mehrzahl der Fälle ohne schwere Komplikationen. Daher gilt Mumps in der Bevölkerung als "harmlose Kinderkrankheit". Als Komplikation im Kindesalter tritt jedoch die Mumps-Meningitis und nach der Pubertät die Mumps-Orchitis auf.
  • Angeborene beidseitige Aplasie des Ductus deferens beidseitiges Fehlen des Samenleiters (isoliert oder als Teilmanifestation der zystischen Fibrose)
  • Urotuberkulose die Tuberkulose der Geschlechtsorgane kann zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen

Röntgenstrahlen Bestrahlung des kleinen Beckens wegen Tumorerkrankung

Chemotherapien z. B. Cyclophosphamid

Operationen

  • Operationen wegen Hodenhochstand, Leistenbruch


Umweltbelastungen

  • Noxen
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    Überwärmung der Hoden
    Arbeit am Hochofen, Bäckerei, häufige Saunagänge; Drogen; Sitzheizung im Auto: langes und häufiges Fahren mit beheizten Autositzen kann die Zeugungsfähigkeit mindern. Die Spermien werden in der Anzahl weniger (Oligozoospermie), langsamer (Asthenozoospermie) und sind häufiger fehlgebildet (Teratozoospermie).
    Erklärung: Die Normaltemperatur des Hodensacks liege bei 35 Grad Celsius, die Sitzheizung aber treibt die Wärme auf circa 38 Grad hoch.
  • Umweltgifte z.B. polychlorierte Biphenyle (PCB)

Medikamentenanamnese

Die Erhebung der Arzneimittel-Anamnese ist unverzichtbar, da auch Medikamente beispielsweise einige Antibiotika, Antihypertensiva (Blutdrucksenkende Medkamente) zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen können.

Literatur

  1. Sallmen M et al.: Reduced fertility among overweight and obese men. Epidemiology. 17 (5): 520-523, Sept. 2006
     
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