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Medikamentöse Therapie - Hormontherapie
Sterilität der Frau - Stimulationstherapie

Die medikamentöse Therapie im Rahmen einer fortpflanzungsmedizinischen Behandlung dient der Follikelreifung (Eizellreifung). Sie ist stets eine Individualtherapie, die in Abhängigkeit von der Ursache der Follikelreifungsstörung beziehungsweise der Behandlungsmethode immer individuell vorzunehmen ist.

Vor der eigentlichen Follikelreifungstherapie steht
soweit notwendig – die ursächliche Therapie endokrinologischer Störungen der Eizellreifung, beispielsweise bedingt durch Störungen der Schilddrüsenfunktion zum Beispiel eine latente Hypothyreose (eine klinisch nicht auffällige Form der Schilddrüsenunterfunktion, häufig gemeinsam auftretend mit einer Galaktorrhoe (Absonderung von Flüssigkeit aus der Brustdrüse) oder eine Störung des Androgenstoffwechsels (Testosteronüberproduktion) ausgehend von den Ovarien (Eierstöcken) oder der Nebennierenrinde).

Die eigentliche Follikelreifungstherpie stellt eine medikamentöse Stimulation der Eizellreifung mit Hormon-stimulierenden Wirkstoffen dar.

Im Folgenden Begriffe, die Sie im Zusammenhang mit der medikamentösen Therapie häufiger hören werden.


Clomifen Der vollständige Name lautet Clomifencitrat. Clomifen ist ein Medikament in Tablettenform zur hormonellen Stimulation der Ovarien (Eierstöcke)
Danazol Ein gelbkörperhormonähnliches synthetisches Hormon. Ein Medikament das vornehmlich zur Therapie der Endometriose eingesetzt wird.
Dexamethason Dexamethason ist ein Cortison-Präparat. Es wird in sehr niedrigen Dosierungen zur Behandlung des Adrenogenitalen-Syndroms (AGS) von erhöhten Androgenen (männlichen Hormonen) eingesetzt.
Downregulation Das Wort "Downregulation" direkt übersetzt heißt "Runterregulierung". Mit einer andauernden Gabe von GnRH wird die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) außer Funktion gesetzt und die Patientin wird dadurch in die "künstlichen Wechseljahre" versetzt. Die Downregulation wird bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) eingesetzt
FSH FSH ist ein follikelstimulierendes Hormon (Gonadotropin). Es ist ein Hormon der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), welches als Medikament zur Stimulation der Ovarien (Eierstöcke) gespritzt werden kann.
GnRH GnRH ist die Abkürzung für "Gonadotropin releasing hormone". Hormon des Hypothalamus, welches die Ausschüttung des LH und FSH in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) steuert. Diese wiederum steuern die Funktion der Ovarien (Eierstöcke), das heißt die Eizellreifung (Follikelreifungs-Phase), den Eisprung (Ovulation) und die Gelbkörperphase (Corpus-luteum-Phase).
GnRH-Antagonisten GNRH-Antagonisten bewirken das Gegenteil des "Gonadotropin releasing hormone" (GnRH) und werden zur Unterdrückung des Eisprungs (Ovulation) gegeben. Diese bewirken eine Form der Downregulation (siehe oben).
Gonadotropine Gonadotropine (LH und FSH) sind Hormone der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), die die Funktion der Ovarien (Eierstöcke) regulieren. Sie dienen der Eizellreifung (Follikelreifung) und der Auslösung der Ovulation (Eisprung).
HCG HCG ist die Abkürzung für Human Chorion Gonadotropin. Es wird auch als Schwangerschaftshormon bezeichnet, da es in hohen Konzentrationen in der Schwangerschaft von der Plazenta (Mutterkuchen) gebildet wird. Es wird bei der Hormontherapie zum Auslösen der Ovulation (Eisprung) als Spritze intramuskulär verabreicht.
Hyperstimulationssyndrom
(Überstimulationssyndrom)
Eine Komplikation der Hormonbehandlung. Dabei entstehen stark vergrößerte Ovarien (Eierstöcke) mit Aszites (Wasseransammlungen im Bauch) und Thrombosegefahr.
LH LH ist die Abkürzung für luteinisierendes Hormon (Gonadotropin). Es ist ein Hormon der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), welches die Ovulation (Eisprung) bei einem reifen Follikel (Eibläschen) bewirkt.
Oestrogene (Östrogene) Oestroge gehören zur Gruppe der weiblichen Hormone.
Es gibt zwar keine "weiblichen" und "männlichen" Hormone, aber Östrogene werden im Gegensatz zu den "männlichen" Hormonen bei der Frau in sehr viel höheren Konzentrationen gebildet, das heißt sie liegen in höheren Serumspiegeln vor.
Das bekannteste Oestrogen ist das Östradiol, das ausschließlich von den Granulosazellen in reifenden Follikeln (Eibläschen) gebildet werden.
Progesteron Progesteron wird auch als Gelbkörperhormon. Es wird vom Corpus-luteum (Gelbkörper) in der zweiten Zyklushälfte gebildet.
Es bereitet die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Corpus-luteum (Gelbkörper) zurück. Dabei fällt der Progesteron-Serumspiegel ab und es kommt zur Ablösung der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut mit anschließender Menstruation (Regelblutung).
Kommt es zu einer Schwangerschaft bereitet Progesteron die Brustdrüsen auf die Milchproduktion und -abgabe vor. Außerdem sorgt es während der zweiten Zyklushälfte
in der Schwangerschaft dauerhaft für einen Anstieg der Basaltemperatur (BT). Die Basaltemperatur bezeichnet die Morgentemperatur, das heißt die Temperatur, die morgens beim Aufwachen gemessen wird.
Prolaktin Das Hormon Prolaktin wird im Hypophyse-Vorderlappen (Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse) gebildet. Es hat zahlreiche Funktion, wie beispielsweise Steuerung des Milcheinschuss nach der Geburt. Stimuliert wird die Ausschüttung von Prolaktin durch das Saugen des Kindes an der Brustwarze.

Prolaktin ist auch ein Stresshormon
der Prolaktin-Serumspiegel steigt unter Stress an.

Auch Störungen der Schilddrüse
wie beispielsweise eine latente Hypothyreose (eine klinisch nicht auffällige Form der Schilddrüsenunterfunktion, häufig gemeinsam auftretend mit einer Galaktorrhoe, das heißt Absonderung von Flüssigkeit aus der Brustdrüse) können zu einer vermehrten Bildung von Prolaktin führen. Erhöhte Prolaktin-Serumspiegel stören die Follikelreifung (Eizellreifung).
Testosteron Testosteron ist das bekannteste "männliche" Hormon.
Es wird im Hoden, Ovar (Eierstock), der Haut und der Nebenniere gebildet und ist wird deshalb als "männlich" bezeichnet, weil es bei der Frau im Gegensatz zum Mann in sehr viel niedrigeren Konzentrationen, das heißt in wesentlich niedrigeren Serumspiegeln vorliegt.
Es steigert die Libido der Frau, führt aber bei einem Überschuss zu einer allgemeinen Virilisierung (Vermännlichung).


Bitte beachten Sie dabei!
Vor dem Beginn therapeutischer Maßnahmen
müssen in jedem Fall
soweit möglich Ihre individuellen Risikofaktoren reduziert werden!


     
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