Einige Symptome können jedoch auch unabhängig vom betroffenen Gefäß oder der betroffenen Hirnregion auftreten. Dazu zählen unter anderem
- Bewusstseinsstörung
- Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma
- Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Babinski-Reflex – das druckvolle Bestreichen des seitlichen Fußsohlenrandes führt zu einer Streckung des großen Zehs nach oben
- Hirnnervenbeteiligung mit entsprechenden Symptomen, z. B. Schluckstörungen, Abweichen der Zunge beim Herausstrecken, Blicklähmungen
Da die Nervenfasern der so genannten Pyramidenbahn – verantwortlich für willkürliche Bewegungen – kreuzen und zur Gegenseite ziehen, treten Lähmungssymptome bei einem linksseitigen Infarkt auf der rechten Körperseite auf und umgekehrt.
Folgende Symptome treten vorrangig auf, wenn die A. carotis interna oder die A. cerebri media betroffen sind
- Hemiplegie – vollständige Lähmung einer Körperhälfte
- Hemiparese – inkomplette Lähmung einer Körperhälfte
- Halbseitige Lähmung des Gesichts
- Sensibilitätsstörungen der betroffenen Körperhälfte
- Wahrnehmungsstörung der betroffenen Körperhälfte
- Sehstörungen – Hemianopsie, Quadrantenanopsie – auf beiden Augen wird die Hälfte oder ein Viertel des Gesichtsfeldes nicht mehr wahrgenommen
- Herdblick – die Augen schauen zur betroffenen Gehirnhälfte
- Doppelbilder
- Aphasie (Sprachstörungen)
- Schluckstörungen
- Apraxie – Unfähigkeit, bestimmte Handlungen durchzuführen, z.B. Telefonieren
- Schwindel
- Nystagmus – Augenzittern mit langsamer Bewegung in der einen und schneller nachfolgender Bewegung in der entgegengesetzten Richtung
- Gangunsicherheit
- Ataxie – Störung der Bewegungsabläufe mit z. B. überschießenden Arm- und Handbewegungen
- Tremor (Zittern)
- Doppelbilder
- Blickparesen (Blicklähmungen)
- Hinterkopfschmerzen
- Verminderter Lidschlag
In der rechten Gehirnhälfte liegen visuell-räumliche Fähigkeiten. Patienten mit einem Schlaganfall in der rechten Gehirnseite sind meist räumlich desorientiert und haben Aufmerksamkeitsprobleme. Einige zeigen einen so genannten „Halbseiten-Neglect“ – die linke Körperseite wird plötzlich nicht mehr wahrgenommen, obwohl keine Sehstörung vorliegt. Manche Patienten laufen gegen Türrahmen oder rasieren sich nur eine Hälfte des Gesichts.Weiterhin kann eine Agnosie vorliegen – bestimmte Dinge werden nicht erkannt – zum Beispiel Gegenstände.
Bei einer so genannten „Prosopagnosie“ können die Betroffenen Gesichter nicht erkennen – manchmal sogar nicht einmal ihr eigenes Spiegelbild.Weiterhin können nach einer Schädigung der rechten Gehirnseite künstlerische und musikalische Fähigkeiten verloren gehen, ebenso die Sprachmelodie sowie die Fähigkeit, Witze zu verstehen.
In der linken Gehirnhälfte befindet sich bei 95 Prozent der Rechtshänder das Sprachzentrum. Das heißt, dass ein rechtshändiger Schlaganfallpatient mit einer Schädigung in der linken Gehirnhälfte mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Aphasie – Sprachstörung aufweist. Eine Aphasie bezieht sich auf das Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben.Zudem ist bei diesen Patienten mit Aphasie aufgrund der Schädigung der linken Gehirnhälfte häufig gleichzeitig die rechte Körperhälfte gelähmt – rechtsseitige Hemiplegie.
Bei Linkshändern ist es aber nicht genau umgekehrt – rund 70 Prozent haben das Sprachzentrum auf der linken Seite, die restlichen 30 Prozent haben ihr Sprachzentrum auf beiden Seiten.












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