Folgende Risikofaktoren sind bei megaloblastären Anämie durch Vitamin B12-Mangel von Bedeutung
Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren
- Genetisch bedingte Enzymdefekte
Modifizierbare – durch das Verhalten veränderbare – Risikofaktoren
- Vegetarier
- Veganer
Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- Achlorhydrie im Magen – Zustand durch fehlende oder unzureichende Magensaftproduktion
- Tropische Sprue – chronische Darmerkrankung, die mit Fettstühlen, Vitalstoffmangelzuständen und Abmagerung einhergeht; kommt in den Tropen vor
- Einheimische Sprue – chronische Darmerkrankung, die mit Fettstühlen, Vitalstoffmangelzuständen und Abmagerung einhergeht
- Morbus Crohn – chronisch-entzündliche Darmerkrankung
- Neoplasien (Neubildungen)
- Imerslund-Gräsbeck-Syndrom – selektive Malabsorption des Cobalamins
- Infektion mit dem Fischbandwurm
- Syndrom der blinden Schlinge – Syndrom, das nach Darmoperationen auftreten kann; Ursache ist die chronische Stauung von Darminhalt in einem Darmabschnitt, der blind endet
- Transcobalamin-II-Mangel – Mangel an einem Transportprotein für das Vitamin B12
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Amyloidose – Anreicherung von abnorm veränderten Proteinen außerhalb der Zellen. Die Amyloidose ist keine einzelne Krankheit, sondern ein krankhafter Ablagerungsprozess, der von unterschiedlichen Stoffwechseldefekten ausgelöst wird und - je nach betroffenem Organ - zu verschiedenen chronischen Erkrankungen führen kann
- Sklerodermie – Gruppe verschiedener seltener Erkrankungen, die mit einer Bindegewebsverhärtung der Haut allein oder der Haut und innerer Organe (besonders Verdauungstrakt, Lungen, Herz und Nieren) einhergehen
- Morbus Whipple – fieberhafte Darmerkrankung, die wahrscheinlich durch das Bakterium Tropheryma whippelii hervorgerufen wird
- Tuberkulose (Schwindsucht)
- Zollinger-Ellison-Syndrom – meist bösartige Neubildung, die mit vermehrter Gastrinproduktion einhergeht und so zum vermehrtem Auftreten von Magengeschwüren führt
- Chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Medikamente
- Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol
- P-Aminosalicylsäure (Mesalazin) – Antiphlogitikum (entzündungshemmende Substanz)
- Cholchicin – Zellgift, welches vor allem als Zytostatikum und in der Therapie des akuten Gichtanfalls eingesetzt wird
- Neomycin – Antibiotikum (Medikament gegen bakterielle Infektionen)
Operationen
- Gastrektomie (Magenentfernung)
- Dünndarmresektion (Entfernung des Dünndarms)
Umweltbelastungen – Intoxikationen
- Stickstoffoxid (Lachgas)
Folgende Risikofaktoren sind bei megaloblastären Anämie durch Folsäure-Mangel von Bedeutung
Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren
- Neugeborene
- Kinder im Wachstumsschub
- Genetisch bedingte Enzymdefekte
Modifizierbare – durch das Verhalten veränderbare – Risikofaktoren
- Einseitige Ernährung, häufig bei Jugendlichen oder alten Menschen
- Alkoholabhängige
- Drogenabhängige
Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- Maligne Erkrankungen (Krebsleiden)
- Chronische hämolytische Anämie
- Chronische exfoliative (schuppende) Hauterkrankungen
- Tropische Sprue – chronische Darmerkrankung, die mit Fettstühlen, Vitalstoffmangelzuständen und Abmagerung einhergeht; kommt in den Tropen vor
- Einheimische Sprue – chronische Darmerkrankung, die mit Fettstühlen, Vitalstoffmangelzuständen und Abmagerung einhergeht
Medikamente
- Phenytoin – ein Antiepileptikum; Medikament gegen epileptische Anfälle
- Barbiturate – Medikamente wie Phenobarbital, die als Antiepileptikum, zur Narkose oder als Schlafmittel eingesetzt werden
- Methotrexat – Medikament, welches zu den Zytostatika zählt
- Pyrimethamin (Anti-Malaria-Mittel)
- Triamteren – zu den Diuretika (entwässernde Medikamente) zählendes Medikament
- Pentamidin – Medikament, welches bei Infektionen mit Protozoen (Einzellern) wie Pneumocystis carinii eingesetzt wird
- Trimethoprim – Medikament, welches zu den Antibiotika zählt
Sonstige Risikofaktoren
- Schwangerschaft
- Hämodialyse (Nierenersatzverfahren; Blutwäsche)
Folgende Risikofaktoren sind bei megaloblastären Anämie ohne Vitamin B12- oder Folsäuremangel von Bedeutung
Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren
- Genetisch bedingte Enzymdefekte wie das Lesch-Nyhan-Syndrom
Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- Myelodysplastisches Syndrom (MDS) – chronisch verlaufende bösartige Störung der Blutbildung, die meist nach dem 60. Lebensjahr auftritt
- Akute Erythroleukämie – Blutkrebs, der die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) betrifft
Medikamente
- Purinantagonisten – Medikamente wie Mercaptopurin oder Azathioprin, die zur Immunsuppression eingesetzt werden
- Pyrimidinantagonisten – Medikamente wie Fluorouracil, Procarbarin oder Hydroxyurea, die als Zytostatika unter anderem bei Krebserkrankungen eingesetzt werden
- Virostatika wie Aciclovir oder Zidovudin – Medikamente, die bei viralen Infektionen eingesetzt werden
- Antiepileptika wie Phenytoin oder Phenobarbital – Medikamente gegen epileptische Anfälle
Folgende Risikofaktoren sind bei perniziöser Anämie von Bedeutung
Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren
- Höheres Lebensalter
- Kinder (unter zehn Jahren)
Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- Morbus Basedow – Autoimmunerkrankung, die zu einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) führt
- Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung)
- Idiopathische Nebennierenrindeninsuffizienz
- Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
- Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)
- Agammgaglobulinämie – Mangel bzw. vollständiges Fehlen von Immunglobulinen (Antikörpern), die zu schweren Immundefekten führen












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