Einleitung
Tierbiss

Ein Tierbiss (Thesaurus-Synonyma: Bisswunde; Hundebiss; Hundebissverletzung; offene Wunde durch Tierbiss; Tierbissverletzung) ist weltweit ein häufiges Ereignis.

Bei Bisswunden vom Hund handelt es sich im Regelfall um Riss-Quetsch-Wunden mit häufig erheblicher Weichteilschädigung. Bei Katzenbissen kommt es zu tiefen, punktförmigen Verletzungen, die bis zum Knochen reichen können. Bei Pferdebisswunden handelt es sich wegen der Mahlzähne meistens um Quetschtwunden.

Man muss bei jeder dieser Wunden von einer hohen Infektionsgefahr ausgehen, da der Speichel häufig hoch virulente Keime enthält. Die Keime können sich schnell im Gewebe vermehren und ausbreiten. Bei Katzenbissen treten in bis zu 80 % der Fälle Infektionen auf, bei Hundebissen bis zu 20 %. 

Auch bei Menschenbissen besteht eine hohe Infektionsgefahr. Dabei muss auch an eine Übertragung von HIV sowie Hepatitis B und C gedacht werden.

Tierbisse verursachen weltweit in Industrieländern 1-3 % aller Vorstellungen in der Notaufnahme.

Verlauf und Prognose: Zeichen einer Infektion treten meist erst nach 6 bis 8 (-24) Stunden auf. Typische Infektionszeichen sind Rötung (lat. rubor), Schwellung (lat. tumor), Überwärmung (lat. calor) und Schmerzen (lat. dolor) im Bereich der Bisswunde.
Eine ärztliche Versorgung ist erforderlich: Die Wunde muss wegen der großen Infektionsgefahr gründlich gesäubert und desinfiziert werden. Die Wunde wird nicht verschlossen. 

Stichartige und während der Behandlung verschlossene Bisswunden von Hunden sind hoch infektionsgefährdet – eine prophylaktische Gabe von Antibiotika sollte erwogen werden [1].

Bei größeren oder stark blutenden Wunden muss eine chirurgische Versorgung erfolgen. 

Verletzte mit einer Bisswunde an der Hand sollten unverzüglich einem Handchirurgiezentrum vorgestellt werden; Gesichtsbissverletzungen einer plastisch-chirurgischen Einrichtung.

Literatur

  1. Tabaka ME et al.: Predictors of infection from dog bite wounds: which patients may benefit from prophylactic antibiotics? Emerg Med J 2015, online 29. Januar; doi: 10.1136/emermed-2014-204378


     
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