Sensibilitätsstörungen der Haut – Medikamentöse Therapie
Therapieziele
- Behandlung der Ursache: Reversible Auslöser erkennen und behandeln sowie eine weitere Nervenschädigung möglichst verhindern [LL3].
- Linderung neuropathischer Schmerzen (Nervenschmerzen) und schmerzhafter Dysästhesien (unangenehmer Missempfindungen): Eine individuell relevante Beschwerdereduktion und eine Verbesserung von Schlaf, Alltagsfunktion und Lebensqualität erreichen [LL1, LL2].
- Vermeidung unnötiger Arzneimittelbelastung: Eine symptomatische Schmerztherapie stellt eine verminderte oder aufgehobene Sensibilität nicht wieder her. Eine vollständige Beschwerdefreiheit ist nicht bei jedem Patienten erreichbar [LL1, LL2].
Therapieempfehlungen
Die medikamentöse Therapie der Sensibilitätsstörung (Störung der Empfindungsfähigkeit) ist abhängig von der Art der ursächlichen Erkrankung. Zusätzlich kann bei neuropathischen Schmerzen eine gezielte symptomatische Pharmakotherapie erforderlich sein. Die folgenden Empfehlungen beziehen sich auf Erwachsene.
- Schmerzlose Sensibilitätsstörungen: Bei isolierter Hypästhesie (verminderter Empfindungsfähigkeit), Anästhesie (vollständigem Empfindungsverlust) oder schmerzlosen Parästhesien (Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen) besteht keine regelhafte Indikation für Amitriptylin, Duloxetin, Gabapentin oder Pregabalin. Die Wirksamkeitsnachweise dieser Arzneimittel bei neuropathischen Schmerzen dürfen nicht auf jedes Kribbeln oder Taubheitsgefühl übertragen werden [LL1, LL2].
- Neuropathische Schmerzen: Bei brennenden, elektrisierenden oder einschießenden Schmerzen sowie schmerzhafter Allodynie (Schmerzen durch normalerweise nicht schmerzhafte Reize) muss eine klinisch wahrscheinliche oder gesicherte Schädigung des somatosensorischen Systems vorliegen. Die Schmerzqualität allein genügt nicht zur Diagnose. Bei behandlungsbedürftigen Beschwerden kommen die nachfolgend aufgeführten Arzneimittel infrage [LL1, LL2].
- Ursachenbezogene Behandlung: Insbesondere metabolische, toxische, medikamentöse, entzündliche und kompressive Ursachen berücksichtigen. Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) die Stoffwechseltherapie überprüfen; bei möglicher Arzneimittelneurotoxizität (nervenschädigender Wirkung eines Arzneimittels) eine Dosisreduktion oder Umstellung mit dem behandelnden Arzt abstimmen. Eine Immuntherapie setzt die Diagnose einer entsprechend behandelbaren Erkrankung voraus; sie ist keine allgemeine Behandlung von Sensibilitätsstörungen [LL3].
- Vitamin-B12-Mangel mit neurologischer Symptomatik: Eine gezielte Substitution ist eine ursachenbezogene Behandlung. Bei Verdacht auf megaloblastäre Anämie (Blutarmut mit vergrößerten Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen) mit neurologischen Symptomen, insbesondere funikulärer Myelose (mangelbedingter Schädigung des Rückenmarks), darf der Therapiebeginn nicht durch das Abwarten von Laborbefunden verzögert werden. Applikationsweg und Behandlungsdauer richten sich nach Ursache und neurologischer Ausprägung [LL6].
- Kompressionssyndrome (Beschwerden durch Druck auf Nerven) und radikuläre Beschwerden (Beschwerden durch Reizung oder Schädigung einer Nervenwurzel): Eine symptomatische Medikation beseitigt eine mechanische Nervenkompression nicht. Bei Ischialgie (Schmerzen entlang des Ischiasnervs) sollen Gabapentinoide, andere Antiepileptika, orale Glucocorticoide und Benzodiazepine nicht routinemäßig eingesetzt werden, da ein Gesamtnutzen nicht belegt ist und Schäden möglich sind [LL4].
- Auswahl der Ersttherapie: Amitriptylin, Duloxetin, Gabapentin oder Pregabalin unter Berücksichtigung von Schmerzursache, Begleiterkrankungen, Organfunktion, Wechselwirkungen und Patientenpräferenz auswählen. Nicht alle Wirkstoffe sind für alle neuropathischen Schmerzursachen zugelassen [LL1, LL2, FI1, FI2, FI3, FI4].
- Örtlich begrenzter peripherer neuropathischer Schmerz: Lidocain- oder Capsaicinpflaster sind lokale Optionen. Die NeuPSIG-Empfehlungen ordnen topische Behandlungen grundsätzlich der zweiten Linie zu; ihre geringe systemische Belastung kann bei der individuellen Auswahl bedeutsam sein [LL2, FI5, FI6].
Wirkstoffe: trizyklische Antidepressiva
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Amitriptylin | Für neuropathische Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen. Analgetischer Wirkungseintritt meist nach 2 bis 4 Wochen. Anticholinerge Belastung und Sturzrisiko beachten; bei kardialem Risiko Kontrolle mittels Elektrokardiogramm (EKG). Dosierungsangaben und geeignete Wirkstärke des konkreten Präparats beachten [FI1]. |
- Wirkweise: Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin sowie Modulation der Schmerzverarbeitung; analgetische Wirkung auch ohne Depression (Erkrankung mit anhaltend gedrückter Stimmung und vermindertem Antrieb).
- Indikationen: Neuropathische Schmerzen; eine begleitende Schlafstörung kann die Auswahl unterstützen.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, kürzlich zurückliegender Myokardinfarkt (Herzinfarkt), Herzblock (Störung der elektrischen Erregungsleitung im Herzen), Herzrhythmusstörungen oder Koronarinsuffizienz (unzureichende Durchblutung des Herzmuskels), schwere Lebererkrankung sowie gleichzeitige Behandlung mit Monoaminoxidasehemmern. Besondere Vorsicht bei Harnverhalt (Unfähigkeit, die gefüllte Harnblase zu entleeren), engem Kammerwinkel und Epilepsie (Anfallsleiden).
- Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Obstipation (Verstopfung), Sedierung (Dämpfung von Wachheit und Aufmerksamkeit), Gewichtszunahme, orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen), Harnverhalt, QT-Verlängerung und Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen); selten schwere Hautreaktionen [FI1].
Wirkstoffe: Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Duloxetin | Für Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie (diabetesbedingter Schädigung mehrerer Nerven) zugelassen; bei anderen neuropathischen Schmerzursachen Off-Label-Use. Blutdruck kontrollieren. Nach spätestens 2 Monaten Wirksamkeit beurteilen; Nutzen anschließend mindestens alle 3 Monate überprüfen [FI2]. |
- Wirkweise: Verstärkung der absteigenden Schmerzhemmung durch Hemmung der Serotonin- und Noradrenalinwiederaufnahme.
- Indikationen: Insbesondere schmerzhafte diabetische Polyneuropathie; eine gleichzeitig bestehende Depression kann für die Auswahl sprechen.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, Lebererkrankung mit Funktionseinschränkung, Kreatinin-Clearance < 30 ml/min, unkontrollierte Hypertonie (Bluthochdruck) bei Therapiebeginn, nichtselektive irreversible Monoaminoxidasehemmer sowie Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder Enoxacin.
- Nebenwirkungen: Übelkeit, Mundtrockenheit, Schwindel, Schlafstörungen, Schwitzen, Blutdruckanstieg und sexuelle Funktionsstörungen; außerdem Hyponatriämie (zu niedriger Natriumspiegel im Blut), Leberschädigung und Serotoninsyndrom (gefährliche Überreaktion auf eine verstärkte Serotoninwirkung) möglich [FI2].
Wirkstoffe: Gabapentinoide
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Gabapentin | Für periphere neuropathische Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen; bei zentralen neuropathischen Schmerzen Off-Label-Use. Bei Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) Dosis gemäß Kreatinin-Clearance reduzieren; bei Gebrechlichkeit langsamer titrieren [FI3]. |
| Pregabalin | Für periphere und zentrale neuropathische Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen. Dosis bei Niereninsuffizienz gemäß Kreatinin-Clearance reduzieren. Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe), Gewichtszunahme und mögliche Verschlechterung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) berücksichtigen [FI4]. |
- Wirkweise: Bindung an die α2δ-Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle; dadurch verminderte Freisetzung erregender Neurotransmitter.
- Indikationen: Neuropathische Schmerzen entsprechend dem jeweiligen Zulassungsumfang, beispielsweise bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie oder Post-Zoster-Neuralgie (anhaltende Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose).
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Wirkstoff oder Präparatebestandteile. Niereninsuffizienz erfordert eine Dosisanpassung. Bei Atemwegserkrankungen, hohem Alter sowie gleichzeitiger Einnahme von Opioiden oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln besteht ein erhöhtes Risiko für Atemdepression (verminderte Atmung).
- Nebenwirkungen: Schwindel, Somnolenz (ausgeprägte Schläfrigkeit), Ataxie (Störung der Bewegungskoordination), periphere Ödeme, Gewichtszunahme und Sehstörungen; Abhängigkeit und Entzugssymptome sind möglich. Selten schwere Hautreaktionen, Angioödem (plötzliche Schwellung tiefer Haut- oder Schleimhautschichten) oder suizidale Gedanken (Gedanken an Selbsttötung) [FI3, FI4].
Wirkstoffe: topische Lokalanästhetika
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Lidocain 5 %; wirkstoffhaltiges Pflaster mit 700 mg | Für Post-Zoster-Neuralgie bei Erwachsenen zugelassen; bei anderen lokalisierten peripheren neuropathischen Schmerzen Off-Label-Use. Nur auf intakte Haut nach Abheilung der Hautläsionen (Hautschädigungen). Ansprechen nach 2 bis 4 Wochen prüfen [FI5]. |
- Wirkweise: Lokale Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle; zusätzlich mechanischer Schutz des schmerzhaften Hautareals.
- Indikationen: Insbesondere lokalisierte Post-Zoster-Neuralgie mit Berührungsallodynie (Schmerzen bereits bei leichter Berührung).
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Lidocain, andere Lokalanästhetika vom Amidtyp oder Pflasterbestandteile. Nicht auf entzündete oder verletzte Haut und nicht auf Schleimhäute aufbringen. Vorsicht bei schwerer Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz.
- Nebenwirkungen: Vorwiegend lokale Hautreaktionen wie Erythem (Hautrötung), Pruritus (Juckreiz), Brennen, Kontaktdermatitis (Hautentzündung durch Kontakt mit reizenden oder allergieauslösenden Stoffen) oder Bläschenbildung; systemische Nebenwirkungen bei bestimmungsgemäßer Anwendung selten [FI5].
Wirkstoffe: topische TRPV1-Agonisten
| Wirkstoff | Besonderheiten |
|---|---|
| Capsaicin 8 %; kutanes Pflaster mit 179 mg | Für periphere neuropathische Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen. Anwendung durch geschultes medizinisches Personal unter ärztlicher Aufsicht; keine Selbstanwendung. Haut und Sensibilität vor jeder Behandlung prüfen, Blutdruck während der Anwendung überwachen [FI6]. |
- Wirkweise: Aktivierung des Transient-Receptor-Potential-Vanilloid-1-Rezeptors (TRPV1) mit anschließender länger anhaltender Funktionsminderung nozizeptiver Hautnervenendigungen.
- Indikationen: Lokalisierter peripherer neuropathischer Schmerz, beispielsweise bei Post-Zoster-Neuralgie oder schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie.
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Bestandteile. Anwendung ausschließlich auf intakter, trockener Haut; nicht im Gesicht, auf der behaarten Kopfhaut oder in Schleimhautnähe. Bei zunehmendem Sensibilitätsverlust (Verlust der Empfindungsfähigkeit) die Fortsetzung neu bewerten.
- Nebenwirkungen: Lokales Brennen, Schmerzen und Erythem; vorübergehender Blutdruckanstieg und Sensibilitätsminderung. Auch schwere lokale Verbrennungen sind möglich; bei starken Schmerzen Pflaster entfernen und Haut untersuchen [FI6].
Vorgehen bei unzureichender Wirkung
- Therapieversuch überprüfen: Diagnose, Einnahmetreue, Dosierung, Verträglichkeit und ausreichende Behandlungsdauer beurteilen. Nach Behandlungsbeginn und Dosisänderungen frühzeitig kontrollieren; Schmerzintensität, Schlaf und Alltagsfunktion dokumentieren. Bei fehlendem Nutzen oder relevanten Nebenwirkungen den Wirkstoff wechseln [LL1].
- Kombination unterschiedlicher Wirkprinzipien: Bei Teilansprechen kann beispielsweise Pregabalin mit Duloxetin oder Amitriptylin kombiniert werden. OPTION-DM zeigte bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie vergleichbare Ergebnisse der untersuchten Behandlungspfade; bei unzureichender Monotherapie konnte die Ergänzung eines zweiten Wirkstoffs zusätzliche Schmerzlinderung ermöglichen. Die Studie begründet keine pauschale Kombinationstherapie bei allen Sensibilitätsstörungen [1].
- Ungeeignete Routinekombinationen vermeiden: Gabapentin und Pregabalin wegen des ähnlichen Wirkmechanismus nicht regelhaft kombinieren. Bei Kombination zentral wirksamer Arzneimittel Sedierung, Sturzrisiko und Atemdepression berücksichtigen; serotonerge Kombinationen, insbesondere mit Tramadol, können ein Serotoninsyndrom auslösen [FI1, FI2, FI3, FI4].
- Spezialtherapien: Botulinumtoxin A und Opioide einschließlich Tramadol sind nach den NeuPSIG-Empfehlungen nachrangige Optionen mit schwacher Empfehlung für die dritte Linie. Sie gehören nicht zur routinemäßigen Behandlung von Kribbeln oder Taubheit. Ihr Einsatz bei therapierefraktären neuropathischen Schmerzen erfordert eine spezialisierte Nutzen-Risiko-Abwägung; Botulinumtoxin A wird hierfür im Off-Label-Use eingesetzt [LL2].
- Keine allgemeine Analgetikaindikation: Nichtsteroidale Antirheumatika, Paracetamol oder Metamizol sind keine etablierte Dauertherapie eines reinen neuropathischen Schmerzsyndroms. Bei zusätzlichem nozizeptivem Schmerz (Schmerz durch Aktivierung von Schmerzrezeptoren bei tatsächlicher oder drohender Gewebeschädigung) kann eine gesonderte Indikation bestehen. Carbamazepin ist insbesondere bei Trigeminusneuralgie (anfallsartigen Gesichtsschmerzen) bedeutsam und kein Standardmittel für unspezifische kutane Sensibilitätsstörungen [LL1, LL2].
Beachte
- Symptomkontrolle ersetzt keine Ursachenbehandlung: Auch bei nachlassenden Schmerzen können Sensibilitätsausfälle fortbestehen oder fortschreiten. Neue Paresen (Lähmungserscheinungen), Gangstörungen oder autonome Beschwerden (Beschwerden des unwillkürlichen Nervensystems) erfordern eine erneute neurologische Beurteilung [LL3, LL5].
- Absetzen schrittweise: Gabapentin und Pregabalin nicht abrupt absetzen; nach Fachinformation über mindestens eine Woche ausschleichen, bei längerer Behandlung gegebenenfalls langsamer. Duloxetin über mindestens zwei Wochen und Amitriptylin über mehrere Wochen reduzieren; bei Absetzsymptomen individuell langsamer vorgehen [FI1, FI2, FI3, FI4].
- Besondere Patientengruppen: Bei älteren oder gebrechlichen Patienten die niedrigste wirksame Dosis anstreben und Organfunktion sowie Begleitmedikation berücksichtigen. Die dargestellten Erwachsenendosierungen sind nicht auf Kinder übertragbar. Schwangerschaft und Stillzeit erfordern eine gesonderte substanzbezogene Bewertung [FI1, FI2, FI3, FI4].
- Off-Label-Use: Indikationsbezogenen Zulassungsstatus prüfen sowie Begründung und Aufklärung dokumentieren.
Red Flags (Warnzeichen) bei Sensibilitätsstörungen der Haut
- Plötzlich einsetzende einseitige Sensibilitätsstörung: Insbesondere mit Parese, Sprach-, Seh- oder Koordinationsstörung an einen Schlaganfall denken und sofort notfallmedizinisch abklären; auch vorübergehende Symptome sind relevant [LL5].
- Reithosenanästhesie (Taubheitsgefühl im Genital- und Afterbereich sowie an den Oberschenkelinnenseiten) oder neue Blasen-, Mastdarm- beziehungsweise Sexualfunktionsstörung: Besonders bei Rückenschmerz oder Beinsymptomen Verdacht auf ein Cauda-equina-Syndrom (Ausfallerscheinungen durch Schädigung von Nervenwurzeln im unteren Wirbelkanal); unverzügliche Notfallabklärung [LL5].
- Rasch aufsteigende oder symmetrisch zunehmende Sensibilitätsstörungen mit Schwäche oder Gangunsicherheit: Unverzügliche neurologische Abklärung, unter anderem zum Ausschluss eines Guillain-Barré-Syndroms (einer akuten entzündlichen Nervenerkrankung mit zunehmenden Lähmungen) oder einer Myelitis (Rückenmarksentzündung); bei Atem- oder Schluckstörungen sofortige Notfallversorgung [LL5].
Abkürzungsverzeichnis
- AWMF: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
- CG: Clinical guideline; klinische Leitlinie.
- doi: Digital Object Identifier; dauerhafte Kennung einer wissenschaftlichen Veröffentlichung.
- EKG: Elektrokardiogramm.
- et al.: Et alii; und weitere Autoren.
- EU: Europäische Union.
- FI: Fachinformation.
- LL: Leitlinie beziehungsweise Therapieempfehlung.
- mg: Milligramm.
- min: Minute.
- ml: Milliliter.
- NeuPSIG: Neuropathic Pain Special Interest Group; Fachgruppe für neuropathische Schmerzen.
- NG: NICE guideline; Leitlinie des National Institute for Health and Care Excellence.
- NICE: National Institute for Health and Care Excellence.
- OPTION-DM: Optimal Pathway for TreatIng neurOpathic paiN in Diabetes Mellitus; Name der im Artikel genannten Studie.
- QT: Zeitintervall zwischen Beginn der Q-Zacke und Ende der T-Welle im Elektrokardiogramm.
- S1: Leitlinie auf Grundlage eines informellen Expertenkonsenses.
- TRPV1: Transient Receptor Potential Vanilloid 1.
Literatur
- Tesfaye S, Sloan G, Petrie J et al.: Comparison of amitriptyline supplemented with pregabalin, pregabalin supplemented with amitriptyline, and duloxetine supplemented with pregabalin for the treatment of diabetic peripheral neuropathic pain (OPTION-DM): a multicentre, double-blind, randomised crossover trial. Lancet. 2022;400(10353):680-690. doi: 10.1016/S0140-6736(22)01472-6.
Leitlinien und Therapieempfehlungen
- National Institute for Health and Care Excellence: Neuropathic pain in adults: pharmacological management in non-specialist settings. Clinical guideline CG173. Aktualisiert am 22. September 2020. Empfehlungen [LL1]
- Neuropathic Pain Special Interest Group (NeuPSIG), Therapieempfehlungen 2025: Soliman N, Moisset X, Ferraro MC et al.: Pharmacotherapy and non-invasive neuromodulation for neuropathic pain: a systematic review and meta-analysis. Lancet Neurol. 2025;24(5):413-428. doi: 10.1016/S1474-4422(25)00068-7 [LL2]
- S1-Leitlinie: Diagnostik bei Polyneuropathien. (AWMF-Registernummer: 030-067). Version 6.1, April 2024. Langfassung [LL3]
- National Institute for Health and Care Excellence: Low back pain and sciatica in over 16s: assessment and management. NICE guideline NG59. Aktualisiert am 11. Dezember 2020. Empfehlungen [LL4]
- National Institute for Health and Care Excellence: Suspected neurological conditions: recognition and referral. NICE guideline NG127. Empfehlungen für Erwachsene. Abgerufen am 30. September 2026 [LL5]
- National Institute for Health and Care Excellence: Vitamin B12 deficiency in over 16s: diagnosis and management. NICE guideline NG239. März 2024. Empfehlungen [LL6]
Fachinformationen
- AbZ-Pharma GmbH: Amitriptylin-CT 25 mg/75 mg Tabletten. Fachinformation. Stand November 2024. Fachinformation [FI1]
- Lilly: Cymbalta 30 mg/60 mg magensaftresistente Hartkapseln. Fachinformation. Stand Juni 2024. Fachinformation [FI2]
- ALIUD PHARMA GmbH: Gabapentin AL 600 mg/800 mg Filmtabletten. Fachinformation. Stand Februar 2026; für die Eindosierung geeignete niedrigere Wirkstärken verwenden. Fachinformation [FI3]
- European Medicines Agency: Lyrica, Pregabalin. EU-Produktinformation, Anhang I. Produktinformation. Abgerufen am 30. September 2026 [FI4]
- Grünenthal GmbH: Versatis 700 mg wirkstoffhaltiges Pflaster. Fachinformation. Stand Dezember 2017. Fachinformation [FI5]
- Grünenthal GmbH: Qutenza 179 mg kutanes Pflaster. Fachinformation. Abgerufen am 30. September 2026 [FI6]