Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Anamnese
Beinschwellung (Beinödem)

Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik der Beinschwellung ("Beinödem") dar.

Reiseanamnese

  • Erfassung von Reisedauer und Auslandsreisen, hier zuvorderst von Tropenaufenthalten, des Weiteren evtl. stattgefundene Infektionen.

Familienanamnese  

  • Gibt es in Ihrer Familie häufig Herzerkrankungen? Nierenerkrankungen? Lebererkrankungen? Lungenerkrankungen? Schilddrüsenerkrankungen?

Soziale Anamnese

  • Haben Sie einen Beruf, in dem Sie lange stehen oder sitzen müssen?
  • Haben Sie in der letzten Zeit einen Langstreckenflug gemacht?

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)

  • Wann ist die Schwellung erstmals aufgetreten? 
  • Ist die Beinschwellung einseitig oder beidseitig?
  • Trat die Schwellung plötzlich auf oder allmählich?
  • Wann tritt die Schwellung auf? 
    • Dauerhaft?
    • Nach langem Stehen oder Sitzen?
    • Abends?
    • Zyklusabhängig?
  • Haben Sie in den geschwollenen Körperarealen ein Spannungsgefühl? 
  • Haben Sie Schmerzen im Bein?* 
  • Schmerzbeginn (z. B. bei plötzlicher Belastung der Wadenmuskulatur → Muskelfaserriss?)? 
  • Ist das Bein zudem überwärmt?*
  • Verändern sich die Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen nach dem Liegen und in der Nacht? 
    Wenn ja, in welcher Weise? 
  • Haben Sie Herzrasen?* 
  • Haben Sie kalten Schweiß, sind Sie blass und haben Sie einen Blutdruckabfall?* 
  • Leiden Sie unter Luftnot bei Belastung oder Ruhe?* 
  • Haben Sie Fieber? Schüttelfrost? 
  • Haben Sie einen Kniegelenkserguss?
  • Haben Sie weitere Beschwerden wie:
    • bläuliche Hautfarbe?
    • kalte Haut?
    • kalte und bläulich verfärbte Lippen und Finger?
    • flächenhafte Hautrötung?
    • atrophische Hautveränderungen (Verlust der Hautelastizität)?
    • trockene, juckende Haut?
    • Abnahme der Leistungsfähigkeit?
    • vermehrtes Wasserlassen in der Nacht?
    • nächtlicher Husten?
    • Magenbeschwerden?
    • Appetitlosigkeit?

Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

  • Sind Sie übergewichtig? Geben Sie bitte uns Ihr Körpergewicht (in kg) und Ihre Körpergröße (in cm) an.
  • Hat sich Ihr Körpergewicht ungewollt verändert?
  • Bewegen Sie sich täglich ausreichend?
  • Trinken Sie ausreichend?
  • Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?
  • Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele Gläser davon pro Tag?
  • Nehmen Sie Drogen? Wenn ja, welche Drogen und wie häufig pro Tag bzw. pro Woche?

Eigenanamnese

  • Vorerkrankungen (Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörung), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Venenleiden, tiefe Venenthrombose; periphere arterielle Verschlusskrankheit, Hypertonie/Bluthochdruck), Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Lungenerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Tumorerkrankungen, Essstörungen; Unfall)
  • Operationen
  • Allergien
  • Schwangerschaften
  • Radiatio (Strahlentherapie)
  • Umweltanamnese

Medikamentenanamnese

  • ACE-Hemmer (angioneurotisches Ödem; Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen): ca. 1 %; Mortalität (Sterberate): 1 %) – Benazepril, Captopril, Cilazapril, Enalapril, Fosinopril, Lisinopril, Moexipril, Peridopril, Quinapril, Ramipril, Spirapril
  • Analgetika
    • nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR, nicht-steroidale (Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Indometacin, Ibuprofen, Meloxicam, Piroxicam) – führen u. a. zu verstärkten Flüssigkeitseinlagerungen im Bereich der Füße und der Knöchel
    • Selektive COX-2-Hemmer (Coxibe) – Celecoxib, Etoricoxib
  • Antidepressiva (Amitriptylin*/bei Patienten > 70. Lebensjahr)
  • Antihypertensiva – besonders Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ/Nifedipin-Typ; zweite und dritte Generation wie Lercanidipin sind besser verträglich
    • typisch: Knöchelödem – nimmt im Laufe des Tages zu und bildet sich über Nacht wieder zurück
  • Antipsychotika (Neuroleptika)
    • Chlorpromazin*, Clozapin*, Haloperidol*, Thioridazin*
  • Diuretika* – vor allem Schleifendiuretika wie Furosemid und Torasemid, die Beinödeme auslösen können [Exsikkose]
  • Glitazone
    • typisch: periphere Ödeme
  • Hormone (führen u. a. zu verstärkten Flüssigkeitseinlagerungen im Bereich der Füße und der Knöchel)
    • Androgene (Testosteron, Testosteronenantat, Testosteronundecaonat)
    • Gestagene* (Etonogestrel, Desogestrel, Dienogest, Levonorgestrel, Medroxyprogesteronacetat, Medrogeston, Norelgestromin, Norethisteron)
    • Glucocorticoide* (Budenosid, Cortison, Fluticason, Prednisolon)
    • Östrogene* (Ethinylestradiol, Estradiol) – Östrogentherapie als Hormonersatztherapie (HT): Erhöhung des thromboembolischen Risikos um: + 6 Ereignisse pro 10.000 Frauen pro Anwendungsjahr
    • Östrogen-Gestagen-Kombinationen* (orale Kontrazeptiva: Ethinylestradiol + Norethisteron-/Norgestrel-Derivat – insbesondere in Kombination mit Rauchen; Hormonersatztherapie, HET; engl.: hormone replacement therapy / HRT) in der Menopause: Erhöhung des thromboembolischen Risikos um: + 17 Ereignisse pro 10.000 Frauen pro Anwendungsjahr
    • Wachstumshormon (Somatotropes Hormon (STH), Human Growth Hormone (hGH), Growth Hormone (GH), Wachstumshormon (WH), Somatropin (INN))
  • Laxantien – bei längerer und unkontrollierter Einnahme stören sie den Wasser- und Elektrolythaushalt sowie die Protein- und Mineralstoffkonzentration, wodurch der Abtransport von Flüssigkeit aus den Geweben beeinträchtigt wird
  • Psychopharmaka – atypische Neuroleptika, Lithium, MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva

* Thrombosen/Embolien durch Medikamente

* Falls diese Frage mit "Ja" beantwortet worden ist, ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich! (Angaben ohne Gewähr)

 

     
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