Nasenmuschelkorrektur

Die Nasenmuschelkorrektur ist ein operatives Verfahren zur Behandlung von veränderten Nasenmuscheln, die die Atmung beeinträchtigen.

Die Nasenhöhle wird durch das Septum nasi (Nasenscheidewand) unterteilt und besteht aus dem Vestibulum nasi (Nasenvorhof) und aus dem Cavum nasi (Nasenhöhle). Seitlich entspringen die drei Conchae nasales (Nasenmuscheln): die Concha inferior, die Concha mediale und die Concha superior. Die Nasenmuscheln begrenzen den oberen, mittleren und unteren Nasengang. Eine Reihe von Ursachen führt zu einer Stenose (Verengung) dieser Atemwege, vor allem Veränderungen der Concha inferior sind häufig.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Anatomischen Varianten der Nasenmuscheln
  • chronischer nasaler Dysfunktion mit reflektorischer, kompensatorischer Hyperplasie des Gewebes (übermäßiges Wachstum)
  • hyperreflektorischer Rhinitis bzw. vasomotorische Rhinopathie – starke wässrige Sekretion der Nasenschleimhaut durch eine von äußeren oder inneren Faktoren ausgelöste Fehlfunktion
  • Mukosahyperplasie (Überschuss an Nasenmuschelschleimhaut)
  • Nasenseptumdeviation (Nasenscheidewandverkrümmung) mit reflektorischer, kompensatorischer Hyperplasie des Gewebes
  • Trauma – Verletzung der Nasenmuscheln mit reflektorischer, kompensatorischer Hyperplasie des Gewebes
  • Vergrößerung des knöchernen Anteils der Nasenmuscheln
  • Weichteilgewebeveränderungen, die z. B. chronisch, medikamentös induziert bzw. hormonell bedingt sein können

Die Operationsverfahren

Ziel der operativen Maßnahmen ist eine möglichst schonende Reduktion des Muschelgewebes. Eine Reihe von Verfahren können das ermöglichen:

  • Elektrostichkoagulation – Bei dieser Methode wird zunächst eine Oberflächenanästhesie (Betäubung der Schleimhaut) durchgeführt, gefolgt von der Abschwellung der Nasenschleimhaut durch einen vasokonstrigierenden Zusatz (Substanz, die die Gefäße verengt und so die Abschwellung verursacht). Dieses Vorgehen ist erforderlich damit der Operateur die Nasenmuscheln ohne Schwellung begutachten kann. Bei der Stichkoagulation wird eine Nadelelektrode in den Muschelkörper eingeführt und das Gewebe in einem genau umschriebenen Bereich durch einen kurzen Stromstoß verödet. Die Behandlung kann eventuell mehrfach wiederholt werden.
  • partielle Konchotomie – Nach der Abschwellung wird die Nasenhöhle auf pathologische (krankhafte) Befunde endoskopisch untersucht. Die Behandlung kann sowohl unter Vollnarkose als auch mit einer Lokalanästhesie erfolgen. Die Operation beinhaltet das Abtragen von Knochengewebe des Os turbinale (Knochen der unteren Nasenmuschel) und das Entfernen der überschüssigen Schleimhautlappen mit einer Konchotomieschere (wird auch als Streifenkonchotomie bezeichnet). Hierbei wird darauf geachtet, dass gesundes, funktionstüchtiges Gewebe erhalten bleibt.
  • totale Konchotomie – Die komplette operative Entfernung der unteren Nasenmuschel wird selten durchgeführt, da sie Schmerzen und eine Austrocknung der Nasenhöhle zur Folge haben kann.
  • Mukotomie – Diese Operation ist der Konchotomie sehr ähnlich, allerdings wird kein Knochengewebe entfernt.
  • submuköse Resektion des Os turbinale – Bei dieser Behandlung wird nach der Anästhesie und der Abschwellung die Schleimhaut mobilisiert und das Knochengewebe mit einer Zange entfernt. Anschließend wird die Wunde mit dem Mukosablatt (Schleimhautlappen) verschlossen.
  • anteriore Turbinoplastik – Dieses Verfahren stellt eine Modifikation der submukösen Resektion dar und unterscheidet sich in Technik und Durchführung.
  • Lateroposition der unteren Nasenmuschel – Diese Operation dient der dauerhaften Fixation der Muschel in einer seitlichen Position, um die Durchgängigkeit der Atemwege zu gewährleisten.
  • Cryoturbinektomie/Cryokonchektomie – Vereisung und anschließende Entfernung des überschüssigen Gewebes bei ca. -85°C.
  • Laserturbinektomie – Das überschüssige Gewebe wird mit einem Kohlendioxid-Laser oder einem Nd-Yag-Laser verdampft.

Literatur

  1. Strutz J, Mann WJ: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Georg Thieme Verlag 2009
  2. Kastenbauer ER, Tardy E: Kopf- und Halschirurgie. Georg Thieme Verlag 1995

     
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