Kehlkopfstroboskopie (Larynxstroboskopie)

Die Larynxstroboskopie (Synonym: Kehlkopfstroboskopie) ist ein Verfahren, das in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde durchgeführt wird. Dabei werden durch ein Stroboskop die schnellen Bewegungen der Stimmlippen durch Blitzlicht bei der Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) sichtbar gemacht.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Verdacht auf eine funktionelle Stimmstörung – zu diesen zählen vor allem Heiserkeit oder Schmerzen im Halsbereich nach langem Sprechen; die funktionellen Stimmstörungen sind durch eine falsche Belastung oder durch Überbelastung des Stimmapparates verursacht
  • Stimmbandveränderungen wie Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) oder Entzündungen
    (Beurteilung der Stimmlippenfunktion während der Phonation (stimm- und Lautbildung): regelmäßige stroboskopische Untersuchungen lassen infiltrative Stimmlippenprozesse frühzeitig erkennen. Schleimhautveränderungen, die infiltrativ auf die Stimmlippenmuskulatur übergehen, führen zu einem stroboskopischen (phonatorischen) Stillstand. Besteht dieser Stillstand über 2-3 Wochen, ist die Indikation zur mikrolaryngoskopischen Probeexzision (Gewebeprobeentnahme) gegeben!)

Das Verfahren

Um die schnellen Bewegungen der Stimmlippen sichtbar zu machen, wird ein Stroboskop eingesetzt. Dieses wird dafür an das Laryngoskop angeschlossen und die Lichtblitze werden mit den Stimmlippenbewegungen synchronisiert. Somit sieht es dann auf den Aufnahmen so aus, als würden die Stimmlippen stillstehen.

Mit dieser Untersuchung kann man den Aufbau und die Struktur der Stimmlippen beurteilen.

Die Stroboskopie ist eine einfache und schnelle, nicht schmerzhafte Untersuchungsmöglichkeit in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Mögliche Komplikationen

  • Verletzungen der Nasenmuschelschleimhaut (Concha nasalis superior) bzw. der Nasenscheidewand (Nasenseptum) mit nachfolgender Blutung (beim Vorschieben des Endoskops durch den unteren Nasenzugang)
  • Schleimhautabrisse (extrem selten)
  • Schleimhautverletzungen mit nachfolgender Vernarbung und Stenose (Verengung) der Nasenhaupthöhle (diese reicht von den Nasenklappen bis zu den hinteren Nasenöffnungen (Choanae)), ggf. mit Verwachsung (Adhäsion) der Nasenmuschel mit der Nasenscheidewand (selten).
    Dieses kann zu einer Behinderung der Nasenatmung führen.
  • Verletzungen im Bereich der Schleimhaut des Kehlkopfeingangs und der unteren Bereiche des Rachens (sehr selten)
  • Schleimhautschwellung im Bereich des Kehlkopfeingangs. Dieses kann eine stationäre Überwachung erforderlich machen.

     
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