Die Therapie bei Dauerstress benötigt Zeit für Gespräche, gegebenenfalls auch im Rahmen eines speziellen Stressmanagements. Die Hintergründe für die Problemlösung zur Stressbewältigung sind im Abschnitt „Stressverarbeitung“ ausführlich dargestellt. Das Wissen um die oft negativen Verarbeitungsstrategien und die Analyse der hinterfragten Themenbereiche in der „Stressdiagnostik“ sind für den behandelnden Arzt eine entscheidende Hilfe.
Der Arzt verschafft sich durch die Kenntnis der Ergebnisse in der schriftlichen „Beurteilung“ der „Stressdiagnostik“ und durch das anschließende Gespräch mit dem Patienten über folgende Schwerpunkte Klarheit:
- Positive und negative Ressourcen
- Stärken und Schwächen der Persönlichkeit
- Gefühle und Erwartungen
- Einschätzung des Selbstwertgefühls
- Leistungs- und Anspruchsverhalten
- Einschätzung der sozialen Unterstützung (Freundschaft, Partnerschaft)
- Sexualität
- Umgang mit Aggressionen
Die Vertiefung allein dieser Themen in weiteren Gesprächen ist ein wichtiges Element zur Stressreduktion.
Darüber hinaus ist es sowohl für therapeutische als auch für präventive Maßnahmen entscheidend, die Eigeninitiative des Patienten zu fördern. Die Ansätze dazu müssen gemeinsam besprochen werden; Ratgeber können zu Hilfe genommen werden.
Zur Stressreduktion stehen dabei im Zentrum
- Zeitmanagement im Beruf und zu Hause
- Körperliche Aktivität
- Gesunde Ernährung
- Ausreichend Schlaf
- Freizeit- und Hobbygestaltung: Sport, Musik, Kunst, Kino, Lesen, Kochen
- Entspannungsübungen, z.B. Meditation, Yoga, Chi Gong
- Einstellungsänderungen: Achtsamkeit (Langer, 2002) und Gelassenheit (Heidegger, 1959; Neuen, C. 2004)
- Vermeidung von Nikotin, Drogen und hohen Mengen Alkohol (>30mg/Tag)
Seelische und körperliche Gesundheit können nur durch ein ausgewogenes Verhältnis von Belastungen und Ressourcen (Weiß, 1998) erreicht, erhalten und wiederhergestellt werden.
Die „Stressdiagnostik“ und die empfohlenen Maßnahmen zur Therapie und Prävention von Stress sind dazu die Bausteine.












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