Krämpfe und Spasmen der Muskulatur – Weitere Therapie

Die Therapie der Krämpfe und Spasmen der Muskulatur erfolgt in Abhängigkeit von der Ursache.

Symptomatische Muskelkrämpfe sind auszuschließen!

Allgemeine Maßnahmen

  • Akuter Muskelkrampf: Einstellung der sportlichen Betätigung, d. h. Ruhe, und verkrampfte Muskel sanft dehnen oder die Antagonisten anspannen.
  • Zur Prophylaxe bei nächtlichen Wadenkrämpfen sollten regelmäßig passive Dehnübungen durchgeführt werden.
  • Dehnung der verkrampften Muskulatur bzw. Anspannung der Gegenspieler der betroffenen Muskeln
  • Anpassung der körperlichen Leistung
  • Massagen nach der Belastung
  • Begrenzter Alkoholkonsum (Männer: max. 25 g Alkohol pro Tag; Frauen: max. 12 g Alkohol pro Tag)
  • Überprüfung der Dauermedikation wg. möglicher Auswirkung auf die vorhandene Krankheit
  • Vermeidung von Umweltbelastungen:
    • Körperliche Arbeit, vor allem bei Hitze
    • Sportliche Belastung, vor allem bei Hitze

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen:
    • Ernährung reich an:
      • Vitaminen (Vitamin B1, B2, B6, B12)
      • Mineralstoffen (Magnesium)
  • Weitere spezielle Ernährungsempfehlungen in Abhängigkeit von der Ursache der Krämpfe und Spasmen der Muskulatur.
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
    Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
    Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns.

Sportmedizin

  • Kombination aus täglichem Waden- und Kniesehnen-Dehnen kann im Vergleich zu keiner Intervention den Schweregrad von nächtlichen Muskelkrämpfen der unteren Extremitäten bei Menschen über 55 Jahren reduzieren (1 Studie, 80 Personen) [2].
  • Stretching vor sportlich-muskulärer Belastung kann keine Muskelkrämpfe vorzubeugen: In der Studie wurde dazu statisches Stretching wie auch die auf Halten und Entspannen, Agonisten und Antagonisten einbeziehende propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF) getestet. Eine Erhöhung der elektrischen Krampfschwelle war nicht festzustellen [1].

Physikalische Therapie (inkl. Physiotherapie)

Nachfolgende Maßnahmen bei Muskelkrämpfen dienen der Schmerzlinderung:

  • Kryotherapie (Kältetherapie)
  • Massage

Literatur

  1. Miller KC et al.: Prophylactic stretching does not reduce cramp susceptibility. Muscle Nerve 2017; online 23. August doi: 10.1002/mus.25762
  2. Hawke F, Sadler SG, Katzberg HD, Pourkazemi F, Chuter V, Burns J: Non-drug therapies for the secondary prevention of lower limb muscle cramps. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, Issue 5. Art. No.: CD008496. doi: 10.1002/14651858.CD008496.pub3.