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Risikofaktoren
Fehlgeburt – Abort

Folgende Risikofaktoren sind bei einem Abort von Bedeutung

Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren

  • Höheres Alter der Frau – ab einem Alter von 40 Jahren nimmt die Häufigkeit von Chromosomenstörungen um mehr als das Zehnfache zu
  • Genetische Anomalien – " Fehler" auf den Chromosomen wie beispielsweise bei der Trisomie, wo ein bestimmtes Chromosom dreimal anstatt zweimal vorhanden ist
  • Veränderungen/Anomalien der Spermien – der Samenzellen
  • Anomalien der Genitale der Frau wie beispielsweise Fehlbildungen der Gebärmutter

Modifizierbare – durch das Verhalten veränderbare – Risikofaktoren

  • Alkoholkonsum
  • Nikotinabhängigkeit
  • Stress – Stress führt zur erhöhten Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Diese führen zur vermehrten Produktion proinflammatorischer Zytokine (entzündungsfördernde Wirkstoffe), die das Risiko einer Abstoßung des Fetus erhöhen, indem der Progesteronspiegel, ein Schwangerschafts-Schutzhormon, fällt. Der Abfall dieses Hormons kann eine Fehlgeburt zur Folge haben.
  • Pränataldiagnostik – Diagnostik auf mögliche Erkrankungen des Kindes im Mutterleib mittels Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) oder Nabenschnurpunktion
  • Zu viel Sport zu Beginn der Schwangerschaft – Schwangere Frauen, die mehr als sieben Stunden pro Woche Sport treiben, haben ein dreieinhalbfach höheres Risiko, ihr Kind zu verlieren, als Frauen, die körperliche Anstrengungen vermeiden; am gefährlichsten sind folgende Sportarten: Jogging, Ballsport oder Tennis; Schwimmen ist unbedenklich; nach der 18. Schwangerschaftswoche war kein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten mehr nachweisbar [1]

Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen

  • Hormonelle Störungen wie beispielsweise die Corpus-luteum-Insuffizienz – unzureichende Produktion des Gelbkörper-Hormons, welches die Aufgabe hat die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten
  • Immunologische Störungen
  • Infektionen vor allem mit den Erregern Chlamydia trachomatis, Toxoplasma gondii, Zytomegalie-Virus
  • Endokrine Störungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Anämie (Blutarmut)
  • Trauma (Verletzungen)
  • Konsumierende Erkrankungen – zehrende Erkrankungen wie beispielsweise Krebs oder Tuberkulose

Medikamente

  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie gegen Masern, Mumps, Röteln, Gelbfieber, Varizellen – Windpocken – sollten in der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden
  • Antibiotika – Medikamente wie beispielsweise Tetracycline, Lincosamide oder Aminoglykoside zur Behandlung bakterieller Infektionen
  • Zytostatika – Medikamente wie beispielsweise Cyclophosphamid oder Methotrexat zur Bekämpfung von Krebserkrankungen können durch ihre Teratogenität – fruchtschädigende Wirkung – zu Aborten führen

Röntgenstrahlen

  • Bestrahlung bei Tumorerkrankungen
  • Röntgenstrahlen in der Diagnostik

Umweltbelastungen – Intoxikationen


Literatur

  1. Madsen M, Jørgensen T, Jensen ML, Juhl M, Olsen J, Andersen PK, Nybo Andersen AM.
    Leisure time physical exercise during pregnancy and the risk of miscarriage: a study within the Danish National Birth Cohort.

    BJOG. 2007 Nov;114(11):1419-26. Epub 2007 Sep 17.
     
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