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Medikamentöse Therapie
Magersucht - Anorexia nervosa

Die Anorexia nervosa kann grundsätzlich nicht medikamentös behandelt werden. Nur einzelne Symptome können ansatzweise behandelt werden.

Folgende Medikamente – 2. Ordnung (Nebenindikation) – werden in einigen Fällen eingesetzt

  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Benzodiazepine
  • Vitamin D


Antidepressiva
Antidepressiva sind Medikamente wie Venlafaxin, die bei Depressionen eingesetzt werden. Bei der Anorexia nervosa werden sie nur bei anhaltender Depression trotz Gewichtszunahme oder bei anderen psychiatrischen Problemen wie Zwangsstörungen eingesetzt.
Venlafaxin zählt zu den "Selektiven Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme Hemmern" (SSNRI) und wirkt antidepressiv ohne gleichzeitig sedierend (müde) zu wirken. Die häufigste Nebenwirkung dieses Medikaments ist Übelkeit.

Neuroleptika
Neuroleptika gehören zu den Psychopharmaka und werden bei psychiatrischen Erkrankungen wie Psychosen eingesetzt. Sie blockieren bestimmt Rezeptoren im Gehirn und wirken so antipsychotisch (gegen den Realitätsverlust), psychomotorisch dämpfend und sedierend (beruhigend), aber auch antiemetisch (gegen Brechreiz). Die bekanntesten Medikamente aus dieser Gruppe sind Chlorpromazin und Haloperidol.
Bei der Anorexia nervosa werden diese Medikamente nur in Ausnahmefällen eingesetzt, wenn beispielsweise extreme Hyperaktivität oder ausgeprägte Phobien (Ängste) vorliegen. Medikament der Wahl ist dann Fluoxetin.

Benzodiazepine
Benzodiazepine gehören zu den Schlaf- und Beruhigungsmedikamenten. Sie wirken anxiolytisch (angstlösend), sedierend (beruhigend), muskelrelaxierend (Muskel entspannend) und antikonvulsiv (gegen epileptische Anfälle) über eine Bindung an zentralen Rezeptoren.

Sie gehören zu den am häufigsten vorordneten Arzneimitteln in Deutschland. Der bekannteste Vertreter in Deutschland ist Diazepam.
Bei der Anorexia nervosa werden sie in einigen Fällen eingesetzt, um Ängste und Unruhe zu mildern, um eine angemessene Therapie durchführen zu können.

Vitamin D-Präparate
Zu den Vitamin D-Präparaten zählen Cholecalciferol und Calcitriol. Vitamin D3 (Cholecalciferol) wird im Körper zum aktiven (wirksamen) Calcitriol umgebaut. So führen im Endeffekt beide Substanzen zu einer Erhöhung der Kalziumwerte im Blut (Hyperkalziämie) und zu einer Zunahme der Knochenmasse. Als Nebenwirkung können verschiedene Symptome der Hyperkalzämie wie beispielsweise Schwäche, Exsikkose (Austrocknung), Erbrechen, Muskelschwäche und Nephrolithiasis (Nierensteine) auftreten.


     
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