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Biogene Amine
Pharmakologische Intoleranz
Hypersensitivität auf biogene Amine

Zu den biogenen Aminen gehören beispielsweise
  • Histamin (wichtigster Vertreter, vor allem in Käse, Wein, Fisch, geräucherten Fleischprodukten, Spinat und Tomaten – beim Verderb dieser Lebensmittel steigt deren Histamingehalt) [1, 2]
  • Tyramin (steigert durch Freisetzung von Noradrenalin den Blutdruck; insbesondere in Hefe, Fisch, Wurst, Käse, Himbeeren, Sauerkraut) [1, 3]
  • Serotonin (bei Migränepatienten ist Serotonin zusammen mit Tyramin häufig für Kopfschmerzanfälle verantwortlich; vor allem enthalten in Walnüssen, Ananas, Bananen und Tomaten) [1, 3]
  • Phenylethylamin [1]
  • Tryptamin [1]
  • Cadaverin (überwiegend enthalten in Getreidekeimlingen und Sauerkraut) [1]
  • Putrescin (vor allem in Getreidekeimlingen und Sauerkraut) [1]
  • Feruloylputrescin (in Grapefruit) [1]
  • Synephrin (zu finden in Mandarinen und Orangen) [1]
  • Spermidin (in Getreidekeimlingen) [1]
  • Spermin (in Getreidekeimlingen) [1]
Biogene Amine sind stickstoffhaltige Ab- und Umbauprodukte von Aminosäuren und können vor allem durch chemische Reaktionen, Einwirkungen von Enzymen und Mikroorganismen im Stoffwechsel vieler Pflanzen und Tiere, aber auch im menschlichen Körper entstehen. Biogene Amine kommen schließlich durch mikrobiellen Verderb und mikrobielle Verarbeitung (Fermentation) sowie das Zusetzen von Enzympräparaten in kleinen wie auch großen Mengen in Lebensmitteln vor. Fermentierte Nahrungsmittel, wie Hart- und Schnittkäse, Sauerkraut oder Wein, können besonders hohe Amin-Konzentrationen enthalten, wobei Histamin und Tyramin mengenmäßig im Vordergrund stehen [2].Personen mit einer nicht-immunologisch vermittelten Hypersensitivität auf biogene Amine fehlt das für den Amin-Abbau nötige Enzym beziehungsweise weisen einen Enzymdefekt auf [2]. Da biogene Amine vaso- oder psychoaktiv sind, lösen bei sehr empfindlichen Menschen – individuelle Reizschwelle – schon niedrige Amin-Konzentrationen in Nahrungsmitteln Beschwerden aus.

Sowohl spezielle Erkrankungen (vor allem Funktionsstörungen der Darmschleimhaut oder der Leber mit negativer Auswirkung auf die Aminooxidase-Aktivität) als auch Arzneimittel können die Reizschwelle beeinflussen.
Das erklärt, warum die Reaktionen auf aminreiche Lebensmittel unterschiedlich stark sind [3].Insbesondere können Medikamente und psychische Faktoren (beispielsweise Stress) zu Additionseffekten führen [2].

Hypersensitivität auf biogene Amine – Häufigkeit
Insbesondere weisen Patienten mit chronischer Urtikaria häufig eine Unverträglichkeit auf Histamin aufgrund eines Defekts der Diamino-Oxidase auf [5]. Untersuchungen zur Folge wurde bei 64 % der Patienten nach duodenaler Applikation von 120 mg Histamin eine chronische Urtikaria ausgelöst. Im Vergleich dazu blieb die Kontrollgruppe symptomlos [4].

Hypersensitivität auf biogene Amine – Symptome

 

Literatur

  1. Askar A.
    Biogene Amine in Lebensmitteln und ihre Bedeutung.
    Ern Umschau 29, 143-148, 1982
  2. Götz M.
    Pseudoallergien sind Histaminintoleranzen.
    Wien Med Wschr 15/146: 426-430, 1996
  3. Häberle M., Reimann H.-J.
    Pseudo-allergische Reaktionen. S.101 - 120. In: Reimann H.-J. (Hrsg.). Nahrungsmittelallergie.
    Dustri Verlag Dr. Karl Feistle, München-Deisenhofen, 1989
  4. Kanny G., Moneret-Vautrin D.A., Schohn H. et al
    Abnormalities in histamine pharmacodynamics in chronic urticaria.
    Clinical and Experimental Allergy 1993; 23: 1015-1020
  5. Kanny G., Grignon G., Dauca M. et al
    Ultrastructural changes in the duodenal mucosa induced by ingested histamine in patients with chronic urticaria.
    Allergy 1996; 51: 935-939
     
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