Dermaroller

Der Dermaroller ist ein Gerät, das in der ästhetischen Medizin zur kosmetischen Behandlung der Haut, insbesondere im Bereich des Gesichts, aber auch z. B. bei Cellulite in anderen Körperbereichen eingesetzt wird. Es handelt sich um eine neuartige sogenannte minimalinvasive, perkutane Kollagen-Induktions-Therapie (CIT; PCI). Bei der Behandlung mit dem Dermaroller kommen kleine, sehr feine Nadeln zum Einsatz. Aus diesem Grund wird das Verfahren auch als Microneedling bezeichnet. Durch diese sehr kleinen Verletzungen der Nadeln, wird eine Entzündungsreaktion in Gang gesetzt, die die Selbstheilungskräfte der Haut fördert und das Hautbild verbessern kann.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Falten
    • periorbital (Augenfältchen)
    • perioral (Mundfältchen)
  • Narben
    • Aknenarben
    • flache und atrophe Narben
  • Pigmentstörungen
  • Cellulite
  • Striae gravidarum (Schwangerschaftsstreifen) bzw. Striae cutis distensae (Dehnungsstreifen)
  • erschlafftes Bindegewebe
  • beginnende Hautalterung

Vor der Behandlung

Vor Beginn der Behandlung sollte ein Aufklärungs- und Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patient erfolgen. Inhalt des Gespräches sollten die Ziele, Erwartungen und die Möglichkeiten der Behandlung sowie Nebenwirkungen und Risiken sein.

Vor dem Eingriff mit dem Dermaroller ist eine intensive Feuchtigkeitsbehandlung mit Vitamin A und C sehr wirkungsvoll, da sie die Regenerationsfähigkeit der Haut unterstützt. Der Patient sollte über die Behandlung aufgeklärt werden. Antikoagulantien (blutverdünnenden Medikamente wie z. B. Acetylsalicylsäure/ASS) sollten soweit möglich ca. 14 Tage vor der Behandlung abgesetzt werden. Infektionen wie z. B. das HIV-Virus oder Hepatitis sollten ausgeschlossen werden. Bei Behandlung des Gesichts ist es sinnvoll, auf Make-up zu verzichten.

Das Verfahren

Bei der Behandlung mit dem Dermaroller muss die kosmetische Anwendung von der medizinischen Anwendung unterschieden werden. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Tiefe der Einstiche. Bei der kosmetischen Behandlung dringen die feinen Nadeln nur oberflächlich in die Epidermis (Oberhaut), während sie bei der medizinischen Behandlung tiefer eindringen.

Beim Medical Needling werden dagegen Epidermis und Dermis (Lederhaut) mit feinen Nadeln punktiert.

Zuerst wird die zu behandelnde Hautfläche gründlich gereinigt und desinfiziert. Um Schmerzen zu vermeiden, wird eine Creme aufgetragen, die ein Lokalanästhetikum (Betäubungsmittel) enthält. Nach der entsprechenden Einwirkzeit werden die Rückstände der Creme entfernt und das Gesicht desinfiziert. Der Dermaroller wird nun 4 bis 5 Mal auf der Hautfläche in waagerechter, vertikaler und diagonaler Richtung gerollt. Bei der medizinischen Behandlung können kleine Blutungen auftreten, die mit steriler Kochsalzlösung abgetupft werden. Zum Schluss wird die Haut noch einmal sorgfältig gereinigt und mit einer fettenden Creme abgedeckt. Je nach Indikation kann die Behandlung mehrmals durchgeführt werden.

Die kleinen Verletzungen setzen den regulären Wundheilungsprozess der Haut in Gang. Zuerst wird das Immunsystem aktiviert, schließlich proliferieren (Wachstum und Vermehrung von Zellen) die epidermalen Zellen. Hierbei kommt es zu einer Synthese von Kollagen und zu einer Angiogenese (Gefäßneubildung). Letztendlich wird das Gewebe über einen Zeitraum von mehreren Monaten erneuert und es kommt zu einer Straffung der Haut. Erste Erfolge sind nach 6-8 Wochen objektiv beurteilbar.

Die in der Basalmembran liegenden Melanozyten werden nicht verletzt.

Nach der Behandlung

Nach dem Eingriff können kleine Rötungen und Schwellungen auftreten. Der Patient sollte keine weiteren Pflegeprodukte auf die behandelte Haut auftragen und starke Sonnenexposition vermeiden.

Ihr Nutzen

Der Dermaroller ist eine Methode zur Verbesserung des Hautbildes, die neben der rein kosmetischen Indikation auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden kann. Das Ergebnis kann das Wohlbefinden und das Selbstvertrauen der Patienten stärken.


     
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